Anne-Kathrin Heidrich vor ihrem Fliesen-„Meisterstück“ bei der Deutschen Meisterschaft 2021 in Erfurt (Quelle: Heidrich)
Anne-Kathrin Heidrich vor ihrem „Meisterstück“ (Quelle: Heidrich)

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17. November 2021 | Teilen auf:

„Aufgeben wollte ich nicht“

Anne-Kathrin Heidrich setzte sich bei der 70. Deutschen Meisterschaft in den Bauberufen gegen ihre männliche Konkurrenz im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerbereich durch und holte die Goldmedaille nach Brandenburg.

„Ich bin sehr erleichtert, weil jetzt die ganze Aufregung und Anspannung weg ist“, so Anne-Kathrin Heidrich. „Dass es so erfolgreich gelaufen ist, ist natürlich noch besser“, fügte sie lachend hinzu. Dabei standen die Vorzeichen für die 23-Jährige aus Rüthnick (Brandenburg), die ihre Ausbildung bei der Heidrich Fliesen GmbH in Zernitz-Lohm absolviert hat, erst gar nicht auf Goldkurs. Einen Tag vor ihrer Abreise zur Deutschen Meisterschaft in Erfurt hatte sie beim Packen des Autos eine Treppenstufe übersehen und sich eine Bänderdehnung im rechten Fuß zugezogen.

„Aufgeben wollte ich aber nicht, dafür habe ich im Vorfeld zu viel Arbeit investiert“, meinte Anne Heidrich, die während der Wettkampftage die Schmerzen ausblendete und nun die Einladung zur Nationalmannschaft mit in der Tasche hat. „Während des Wettbewerbs hat man genug anderes im Kopf. Ich habe mich auf das fokussiert, was ich trainiert habe.“ Der Fokus war wichtig, da auch viele Zuschauer anwesend waren und sich die Teilnehmer/-in nicht aus der Ruhe bringen lassen durften. Konzentriert zu Werke gingen auch Marcus Schubert aus Wettin-Löbejün (Sachsen-Anhalt), der Silber holte, sowie Bronzemedaillengewinner Malte Laurich aus Vreden (Nordrhein-Westfalen).

Auf dem Treppchen: Anne-Kathrin Heidrich, Marcus Schubert (links) und Malte Laurich (Quelle: ZDB/Petra_Reidel)

Die Fliesenleger/-in hatten in ihrem Wettbewerb als Aufgabe, Wandfliesen mit farbigen Einlagen sowie Diagonal- und Rundschnitten im Dünnbettverfahren an Wandflächen zu verlegen. Zusätzlich sollten Bodenfliesen im Dünnbettverfahren auf eine selbst zu erstellende Unterkonstruktion aus Hartschaumträgerplatten verlegt werden.

Fokussiert auf die Wettbewerbsaufgabe: Anne-Kathrin Heidrich (Quelle: Heidrich)

Mit einer festlichen Abschlussveranstaltung ging die diesjährige Deutsche Meisterschaft in Erfurt zu Ende. „Es war eine sehr schöne Abendveranstaltung im Hotel“, fand Anne Heidrich Lob für den Gastgeber des Wettbewerbs, der vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) ausgerichtet wird, das Aus- und Fortbildungszentrum Erfurt des Bildungswerks BAU Hessen-Thüringen. Und gab zu, dass „wir so bis 3:00 Uhr gemacht haben“. Die Medaillen müssen ja auch ordentlich gefeiert werden…

Grundstein für eine erfolgreiche Karriere

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Wettbewerb zeigen, dass mit einer Ausbildung am Bau der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere in der Branche gelegt ist. Ohne die hohe Qualität in der beruflichen Bildung am Bau wäre das nicht möglich“, führte der Präsident des größten und ältesten Bauverbandes in Deutschlands, Reinhard Quast, anlässlich der Deutschen Meisterschaft aus. Quast machte zudem auf das Ausbildungsengagement der mittelständischen Unternehmen der Baubranche aufmerksam: 80 Prozent der Lehrlinge werden in einem kleinen oder mittelgroßen Betrieb ausgebildet.

zuletzt editiert am 17.11.2021