Sandsteine zählen zu den Sedimentgesteinen, die durch Ablagerung entstanden sind. Bei der Beurteilung ihrer technischen Gebrauchseigenschaften ist das natürlich vorhandene Bindemittel von entscheidender Bedeutung. (Foto: Informationsdienst Naturstein/Trier)
Sandsteine kommen in der Natur in den unterschiedlichsten Farben vor. Diese bewegen sich meist im Bereich der erdwarmen Rot- oder Beigetöne, aber auch Grün- oder Grautöne sind keine Seltenheit. Bei der Beurteilung der gesteinstechnischen Eigenschaften sollte man nicht den Fehler begehen, von der Farbe Rückschlüsse auf die jeweiligen Besonderheiten des Steins zu ziehen. Die farbgebenden Minerale kommen in Sandsteinen meist nur in geringen Mengen vor und haben keinen Einfluss auf die physikalischen Eigenschaften des Steins wie Biegezugfestigkeit oder Druckfestigkeit. Wichtiger sind in diesem Zusammenhang die Verteilung der Korngrößen – diese liegen bei Sandsteinen in der Regel in einem Bereich von 0,063 bis zwei Millimeter – und die Matrix. Letztere könnte man auch als den „Klebstoff“ bezeichnen, mit dem die einzelnen Sandsteinkörner gebunden sind.
Man unterscheidet im Wesentlichen zwei verschiedene Bindungsarten. Die quarzitische und die tonige Bindung. Daneben kommen in der Natur jedoch auch noch weitere Bindungsarten hinzu, wie beispielsweise die calcitische Bindung oder die tonig-ferritische Bindung. Im Bereich der Geologie unterscheidet man noch genauer – bis hin zu tonig-quarzizisch-chloritisch-ferritschen Bindungen.
Bindungsart bestimmt Einsatzmöglichkeiten
Welche Bindungsart für die jeweiligen Arbeiten am besten geeignet ist, hängt in erster Linie vom baulichen Einsatzzweck ab. Wer beispielsweise eine filigrane bildhauerische Arbeit herstellen möchte, der ist sicherlich gut mit einem tonig gebundenen Sandstein bedient. Da der Ton wie ein Gelenk zwischen den einzelnen Gesteinskörnern wirkt und sich somit sehr feingliedrige Arbeiten herstellen lassen.
Wer einen hochstrapazierten Treppenbelag im Außenbereich erstellen möchte, der sollte eher zu einem quarzitisch gebundenen Sandstein greifen, da diese Steine in der Regel über sehr gute bauphysikalische Eigenschaften verfügen und das Bindemittel Quarz eine hohe chemische Resistenz und somit auch eine gute Verwitterungsbeständigkeit aufweist.
Neben den technischen Eigenschaften sollten auch die jeweiligen regionalen Gegebenheiten einen Einfluss auf die Gesteinsauswahl haben. Ein quarzitisch gebundener Sandstein ist einem calcitisch gebundenen Sandstein beim Einsatz im Außenbereich aus technischer Sicht überlegen. Dennoch wäre es erstrebenswert, regionaltypische Bauweisen und Besonderheiten zu wahren. In diesen Fällen können baukonstruktive Maßnahmen oder die Vermeidung des Einsatzes von Streusalz zu einer Verlängerung der Lebensdauer dieser Gesteine beitragen.
