Zwei Männer stehen auf einer Bühne vor einem großen Bildschirm mit der Aufschrift "Mission Zukunft".
Geschäftsführer Sebastian Kammerer (li.) und Mario Sommer, Leiter Sopro Technik, eröffneten gut gelaunt den 13. Sopro Profitag. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien/nb)

Veranstaltungen 2026-02-06T17:05:50.427Z 13. Sopro Profitag: Mission Zukunft

Der 13. Sopro Profitag bot den insgesamt rund 1.700 Teilnehmenden in der Mainzer Halle 45 an zwei Tagen spannende Vorträge und Praxisblöcke sowie zahlreiche Gelegenheiten das Netzwerk aus- oder aufzubauen.

Unter dem Motto „Mission Zukunft“ hatten Mario Sommer, Leiter Sopro Technik, und sein Team ein Programm auf die Beine gestellt, das die Anwesenden ab der ersten Sekunde in den Bann zog. Angefangen bei Pilotin und ESA-Reserve-Astronautin Nicola Winter, über die Praxiszirkel bis hin zu Cem Karakaya, Experte für Internetkriminalität – jeder Programmpunkt beinhaltete Wissenswertes für den Arbeitsalltag.

Eine Frau steht auf einer Bühne und hält eine Präsentation. Sie trägt ein weißes Oberteil.
Powerpaket mit 1,60 Meter: Nicola Winter erzählte auf beeindruckende Weise von ihrem Werdegang zur Pilotin und ESA-Reserve-Astronautin. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien/nb)

Mario Sommer und Geschäftsführer Sebastian Kammerer eröffneten die beiden Tage und zeigten begeistert über Teilnehmerzustrom: An Tag eins kamen 800 Fliesenleger:innen und Fachhändler nach Mainz, an Tag zwei 900. In den Praxiszirkeln konnten sie sich zu den Themen Abdichtungen/Bautenschutz, Bauen im Bestand und Fugentechnik/Außenflächen über die Sopro Produkte informieren, die in Zusammenarbeit mit weiteren Partnerunternehmen in kleinen Liveshows vorgeführt wurden.

Der Griff nach den Sternen

Bei den Vorträgen ging es mehrfach ins Eingemachte. Den Auftakt machte Nicola Winter. Die nur 1,60 Meter große Pilotin gab unter dem Titel „Mit Mut, Empathie, Disziplin, Leidenschaft und einem Quäntchen Glück können wir es überall hin schaffen – sogar zu den Sternen“ auf unterhaltsame Weise Einblicke in ihre Laufbahn. Bereits mit 16 Jahren hatte sie den Wunsch, Jetpilotin zu werden. Nachdem sie sich zwei Jahre lang nicht getraut hatte, sich zu bewerben, fasste sie schließlich doch den Mut, sich der Herausforderung zu stellen. Mittlerweile ist sie Eurofighter – mit 70.000 PS pro Triebwerk – geflogen, bildet selbst Flugschüler aus, fliegt Rettungshubschrauber und wartet sehnlichst auf einen möglichen Einsatz im All als Astronautin im Rahmen des ISS-Programms. Sie gab auch praktische Tipps für die Arbeitsabläufe auf der Baustelle, beispielsweise dass man sich mit dem Blick auf die drei Schlagwörter „Perspektive – Vorbereitung – Übung“ auf die wichtigen Dinge vorbereiten sollte. „Denkt daran, was habe ich an Ressourcen, was kann ich noch beeinflussen“, so Winter.

Abgrenzung von anderen Gewerken

Ein Redner hält eine Präsentation auf einer Konferenzbühne, neben ihm ein Bildschirm mit Logos und Text.
Rolf Seitz erklärte „Schäden aus der Sicht eines Versicherers“. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien/nb)

Rolf Seitz von der ReKon Gesellschaft für Regulierungskonzepte & Schadenmanagement mbH in Koblenz erklärte „Schäden aus der Sicht eines Versicherers“. „Alles, was an Schadensfällen passiert, landet beim Versicherer auf dem Tisch und dann früher oder später auch bei uns. Wir schauen uns die Schäden vor Ort an und eben auch, ob es eine Regressmöglichkeit gibt. Und ob es eine Verursachermöglichkeit gibt, weil der Versicherer das Geld natürlich, was er im Rahmen einer Wohngebäudeversicherung oder eines Sachschadens zahlt, im Zweifel von dem Handwerker wiederhaben möchte“, so Seitz. Einer seiner Tipps: Rohbaufotos helfen bei einem Schadenfall. Daher sollte Ihr Kunde immer darauf hingewiesen werden, solche zu erstellen. „Diese können bei einem späteren Schadenfall Ihr Gewerk gegenüber den anderen abgrenzen und oft bei der Schadensuche helfen.“

Erfrischend anders

Ein Mann hält eine Präsentation auf einer Bühne neben einem kleinen Roboter.
Dr.-Ing. Michael Kleinkes erklärte den Messroboter und seine Funktionen. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien/nb)

So lautete das Resümee von Sebastian Kammerer nach beiden Vorträgen „Ein Messroboter zur Vorgewerksprüfung – Unheimlich genau und einfach zu bedienen“ und „Baukosmetik: Kante ab, Riss vorhanden – Was tun?“. Wiebke Schumann, Jan Grünewald und Dr.-Ing. Michael Kleinkes zeigten, wie ihr Messroboter eine präzise Vermessung für automatische Bauabläufe vornimmt. „Er nimmt alle Messdaten auf, indem er an die perfekte Position fährt“, so Kleinkes. Wie das genau aussieht, stellen wir Ihnen in einer der kommenden F+P-Ausgaben ausführlicher vor. Geeignet ist der Roboter für Bestand und komplexe Geometrien.

Zwei Frauen in Schürzen stehen auf einer Bühne und bessern eine Fliese aus.
Evelyn Turjancik (li.) und ihre Schwester vom Unternehmen Baukosmetik in der Schweiz beeindruckten die Anwesenden mit ihrem Auftritt. (Quelle: RM Rudolf Müller Medien/nb)

Evelyn Turjancik und ihre Schwester ließen in ihrem Rockabella-Style der 50er/60er Jahre die Männerherzen höherschlagen. Auf sympathische und herzliche Weise präsentierten die beiden Schweizerinnen live auf der Bühne, wie sie mit künstlerischem Geschick Risse, Löcher, Wasserschäden oder einfach nur Unschönheiten an Boden, Wand und Decke retuschieren. Mit ihrer Tätigkeit «Baukosmetik» oder auch dem Kunstmalen am Bau, vermeiden sie beispielweise, dass Fliesen erneuert werden müssen, was sich nicht nur bei Großformaten als nachhaltig erweist. Mit Farbe und Pinsel ausgestattet, bessern sie optische Unschönheiten derart aus, dass man nach ihrer „Behandlung“ keinen Unterschied zu Restfläche erkennt. Mehr dazu ebenfalls in einer der kommenden Ausgaben.

„Das war mal was anderes, daher fand ich das sehr erfrischend“, stellte Sebastian Kammerer nach den beiden Vorträgen schmunzelnd fest. „Und vor allem Respekt, dass die beiden Damen das vor so vielen Leuten und unter Zeitdruck so gut hinbekommen haben.“

Fakten von Meinungen trennen

Ein Mann hält ein Mikrofon und steht vor einem Hintergrund, der einen Sternenhimmel zeigt.
Cem Karakaya, Experte für Internetkriminalität (Quelle: RM Rudolf Müller Medien/nb)

Den leichten Schocker gab es zum Abschluss durch den Autoren Cem Karakaya, Experte für Internetkriminalität, der das Publikum mit seinem Vortrag „Digitale Welten erfordern digitale Kompetenzen – Die aktuellen Maschen der Hacker“ durchaus ins Grübeln brachte. „Wir haben vergessen, tiefer zu analysieren“, war nur eine seiner Aussagen. „Fakten müssen von Meinungen getrennt werden.“ Zwischendurch knackte er noch innerhalb von einer Sekunde das gesperrte Iphone einer Teilnehmerin und wies darauf hin, dass es rund 140 Sicherheitseinstellungen gibt, die die meisten von uns nicht kennen und ergo nicht aktivieren, zum anderen erklärte er, dass selbst ein achtstelliges Passwort aus Nummern, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen innerhalb einer Sekunde geknackt werden kann. Etwas sicherer ist man erst ab 13 Stellen, das dauert rund 47 Jahre, ab 14 Stellen immerhin Stand heute 3.000 Jahre. Nur mit Nummern oder Buchstaben ist man eigentlich schon verloren, egal bei wie vielen Stellen.

Doch auch davon ließen sich Veranstalter und Teilnehmende im Gesamteindruck nicht beirren, die allesamt begeistert waren.

zuletzt editiert am 06. Februar 2026