Ein Gruppenfoto von Personen auf einem Boot vor städtischem Hintergrund mit Fluss und Gebäuden im Hintergrund.
Der Verband feierte sein Jubiläum mit Mitgliedern und Partnern. (Quelle: Bundesverband der Gipsindustrie)

Verbände 2024-06-25T22:00:00Z 125 Jahre Bundesverband der Gipsindustrie

Ein Baustoff macht Karriere – das ist auch der Interessenvertretung zu verdanken, die sich vor 125 Jahren als „Deutscher Gipsverein“ gründete.

Im September 1899 trafen sich in Kassel 25 Vertreter gipsabbauender und gipsherstellender Unternehmen, um auf Anregung der damaligen Reichsregierung den „Deutschen Gipsverein“ zu gründen – damit legten sie den Grundstein für den Erfolg des Baustoffs Gips. In diesem Jahr feiert der heutige Bundesverband der Gipsindustrie e.V. sein 125-jähriges Bestehen. 

Gips für neuen Wohnraum 

Im Zuge der Industrialisierung wuchs damals der Bedarf an Wohnraum und man war „… in Regierungskreisen geneigt, dem Gips bei Staatsbauten zur Verwendung zu verhelfen, es fehlt jedoch an einem Bindeglied zwischen den grossen Consumenten und der Gesamtheit der Fabrikanten, d. h. an einer Cooperation, mit welcher die Königliche Regierung die nötigen Vorarbeiten und technischen Fragen besprechen kann“, wie es im „Aufruf für Gründung eines Vereins deutscher Gipsfabrikanten“ hieß (Thonindustrie-Zeitung, Nr. 94, Berlin, 26.August 1899). 

Forschung für Gips 

Das Bauen mit Gips gewinnt in der Nachkriegszeit zunehmend an Bedeutung, die Schwerpunkte des Vereins verlagern sich. Um den mineralischen Rohstoff Gips intensiver zu erforschen und so das technische Leistungspotenzial von Gipsbaustoffen besser ausschöpfen zu können, wird die Vereinstätigkeit deutlich wissenschaftsorientierter ausgerichtet. Mit der Umbenennung des ‚Deutschen Gipsvereins‘ in ‚Bundesverband der Gips- und Gipsbauplattenindustrie e.V.‘ im Jahr 1964 ist gleichzeitig der Anspruch verbunden, die normativen Grundlagen für das Bauen mit Gips voranzutreiben und Bauprodukte aus Gips noch nachdrücklicher als zuvor als Leitwerkstoffe für den Innenausbau zu forcieren. 2003 wird der Verband erneut umbenannt in den heutigen „Bundesverband der Gipsindustrie e.V.“ 

Zwei freundlich lächelnde Männer in Business-Kleidung halten gemeinsam einen Gipsblock, wahrscheinlich bei einer Veranstaltung oder Ehrung. Im Hintergrund sind städtische Gebäude und weitere Menschen teilweise sichtbar.
Vorstandsmitglied Raimund Heinl, CEO Saint-Gobain Deutschland & Österreich, gratulierte dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Bremer (li.) und überreichte ihm einen personalisierten Gipsblock. (Quelle: Bundesverband der Gipsindustrie)

Heute sind im Bundesverband der Gipsindustrie elf Unternehmen organisiert, die im Jahr 2022 insgesamt 7,1 Millionen Tonnen Gipsrohstoffe verarbeitet haben. Entscheidend mitgeprägt wurde die Arbeit des Verbands von Thomas Bremer, VG Orth GmbH & Co. KG, der im Rahmen der Feier für seine 25-jährige Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender geehrt wurde.  

Aus dem deutschen Bauwesen, das bis zu 75 Prozent seiner Werkstoffe aus mineralischen Rohstoffen bezieht, ist der Rohstoff Gips nicht wegzudenken. Es ist der zentrale Baustoff für die modernen, klimafreundlichen Trocken- und Leichtbauweisen. „Aufgrund seiner besonderen bauphysikalischen Eigenschaften und der einfachen Verarbeitbarkeit lässt sich Gips nicht wirtschaftlich sinnvoll durch andere Baustoffe ersetzen“, resümiert der Verband.

zuletzt editiert am 03. Juli 2024
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