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XXL-Fliesen benötigen eigene Identität

Fachhandelsausstellungen sollten Oase, Lebensraum und ein Anziehungspunkt für Bauherren, Architekten und Planer sein. Dazu gehören aktuelle Produkte, die dem Besucher angemessen präsentiert werden müssen. Wie die XXL-Fliesen der in CARO 2/2015 vorgestellten Ausstellung im Benz Atelier in Neckarsbischofsheim. (Fotos/Text: Werner Schwobe_ insiderwerk)

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Produkte und Materialien werden in Kombination gezeigt. (Fotos/Text: Werner Schwobe_ insiderwerk)
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Präsentation der XXL-Fliesen

Eigentlich sind die Konzepte für Ausstellungen von morgen schon längst da. Sie müssen nur neu gedacht, interpretiert und übersetzt werden. Beispiele, wie alte Markthallen neu gestaltet werden, bei der Museumsgestaltung und wie sie schon in der modernen Gastronomie zu finden sind, können zur Konzeptfindung beitragen. Doch am Anfang sollte man sich die Frage stellen, was das überhaupt heute sein kann, eine Ausstellung für Bauprodukte. Und auch welche Funktionen eine Ausstellung in sich vereinen sollte, damit die Menschen sie auch in Zukunft besuchen.

Solche Überlegungen in der Vorplanung kosten Zeit und damit Geld. Eigentlich erscheint das offensichtlich – und trotzdem ist es hier zu Lande nicht vorgesehen. Hier herrscht das Motto: Die Idee gibt`s mehr oder weniger umsonst. Doch was nichts kostet, wird auch nicht wertgeschätzt. Im Vergleich zu den gesamten Baukosten einer Ausstellung machen die Kosten für Konzept und Planung nur zehn bis zwölf Prozent aus. Warum nicht dann das erste Geld für ein neues Ausstellungskonzept investieren?

Willkommen in der Ausstellung als Markthalle

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XXL-Fliesen fordern neue Displays.

Betrachtet man zum Beispiel die Präsentation der XXL-Fliesen als Marktstand, dann würde in jeder Ausstellung diese Art von Präsentation kreativer und emotionaler aussehen. Man könnte um die Fliesendarstellungen herumschlendern, umrahmt von den Farben der aufgeständerten Fliesen. Am Rand oder mittendrin gibt es Tische, Stühle, Bänke oder Sessel für die Besucher, welche zum Verweilen einladen. Im Hintergrund könnte es fließende Bilder und Texte geben, die den Ausblick vermitteln, wie Wohnen heute sein kann. In vielen existierenden Ausstellungen müsste man dem Besucher gleich ein paar Glückspillen verschreiben, denn er wird das kaufanimierende Erlebnis nicht haben in all der gebauten Ödnis aus Stahl und Spanplatten.

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Ein großer Beratungstisch in der Ausstellung vom Benz Atelier

In Deutschland gibt es eine Fachhandels-Ausstellungskultur der Angst. Neue Ausstellungen sollen möglichst neutral aussehen. Es wird viel zu viel auf die Wettbewerber geschaut: Wie die sich präsentieren, so will ich es auch. Wer Leben in seiner Ausstellung haben will, und zwar den ganzen Tag, besser noch die ganze Woche, der sollte die Nutzung der Ausstellung mischen. Dann entsteht eine bunte Ausstellungslandschaft, einzigartig, ein Bild wie in einer traditionellen Markthalle. Oder anders gesagt: wie in einem Concept Store.

Fliesen aussuchen wie im Museum: Der markenbewusste, moderne Mensch kauft nicht mehr in öden Ausstellungen. Er besucht einen Concept Store oder nutzt sogar den Internet Onlineshop. Hier sollte man den Kunden von Morgen abholen. In Zukunft wird es weniger Einzelhandel geben, sondern mehr Showrooms, Flagshipstores und Concept Stores. Hier gibt es dann die entsprechenden Markenwelten zu sehen. Das Einrichten von Morgen wird zu Erlebniswelten „Home Style“ und somit auch jedes Produkt, was mit dem Einrichtungsthema zu tun hat. Auch die Wohnkeramik gehört dazu. Hierfür müssen die passenden Konzepte individuell für jede Ausstellung entwickelt werden.

www.insiderwerk.com

13.03.2015