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Wie Corona die Fliesenbranche trifft: Ergebnisse der Umfrage

Verschobene Aufträge, Lieferengpässe, Umsatzrückgang – die Corona-Krise trifft auch die Fliesenbranche. Verluste und zusätzliche Ausgaben halten sich jedoch bei den meisten Betrieben noch in Grenzen, auch wenn über die Hälfte Unterstützungsleistungen beantragt hat. Das zeigt die aktuelle Umfrage von F+P Fliesen und Platten. (Abb.: F+P Fliesen und Platten)

Umfrageergebnis
Dies sind die häufigsten Auswirkungen der Corona-Krise auf Unternehmen der Fliesenbranche in der vergangenen Woche. (Abb.: F+P Fliesen und Platten)

Wie geht es speziell der Fliesenbranche in der Corona-Krise? Das wollten wir kurz vor Ostern wissen und haben Fliesenfachbetriebe mit und ohne Mitarbeiter und produzierende Unternehmen nach ihrer Einschätzung gefragt.

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Betriebe

Über zwei Drittel der Befragten (64,8 Prozent) erleben derzeit, dass bestehende Aufträge verschoben werden. Mehr als die Hälfte (54,2 Prozent) berichtet von Lieferengpässen bei Fliesen oder Bauchemie, 40,7 Prozent verzeichnen einen Umsatzrückgang. Weniger oder stornierte Aufträge kommen bei je rund einem Viertel der Befragten vor. 18 Prozent der Umfrageteilnehmer haben Mitarbeiter in den Urlaub schicken müssen. Zu Personalengpässen durch Krankheit, Quarantäne oder Kinderbetreuung kommt es nur bei rund 12 Prozent, auch von Liquiditätsproblemen berichten nur 12 Prozent. Dass Mitarbeiter entlassen werden müssen oder keine Gehälter gezahlt werden können, kommt sehr selten vor – bei jeweils weniger als einem Prozent der Befragten. Allerdings sind zwölf Betriebe (5,6 Prozent) auf behördliche Anordnung geschlossen worden.

Verluste halten sich in Grenzen

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus erfordern für viele Unternehmen Zusatzausgaben für Homeoffice, Hygienemaßnahmen et cetera. Über 67 Prozent der Umfrageteilnehmer haben dafür 0 bis 1.000 Euro ausgegeben, 2,6 Prozent geben an, über 50.000 Euro investiert zu haben — diese Angaben stammen wahrscheinlich von großen, produzierenden Unternehmen. Auch die Verluste durch Auftragsstornierungen, Produktionsrückgang oder Veranstaltungsausfälle geben 36,6 Prozent mit moderaten 0 bis 1.000 Euro an. Auch hier gibt es einige, vermutlich große Unternehmen mit erheblichen Ausfällen von über 50.000 Euro (4,46 Prozent).

Mehr als die Hälfte hat Unterstützung beantragt

Über 58 Prozent der befragten Betriebe und Unternehmen hat Unterstützungsleistungen beantragt, dabei vor allem Kurzarbeitergeld (61,4 Prozent) und Soforthilfen der Länder (41,4 Prozent). 27 Prozent haben Steuerstundungen oder die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen beantragt, 6 Prozent Liquiditätshilfen oder Darlehen.

Wird`s besser? Wird´s schlimmer?

Wir wollten außerdem wissen, wie sich die Situation entwickelt: Haben die Auswirkungen der Maßnahmen in der Corona-Krise im Vergleich zur Vorwoche zugenommen? In puncto Aufträge sehen das 46,2 Prozent so, während 39,7 Prozent sagen, die Auswirkungen sind gleich geblieben. Rund die Hälfte nimmt eine schlechtere Materialverfügbarkeit wahr, 40,5 Prozent sagen, dabei habe sich nichts geändert. Etwas eindeutiger sieht es beim Umsatz aus: Hier sagen 55,8 Prozent, die Auswirkungen seien im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben, während 33,7 Prozent finden, der Umsatz sei zurückgegangen. Für 81,4 Prozent hat sich an der Personalsituation nichts geändert.

Der Blick in die Zukunft scheint in der Fliesenbranche noch einigermaßen gelassen zu sein: Über 55 Prozent sagen, sie könnten die Situation bis Ende 2020 noch nicht abschätzen, 21,5 Prozent meinen, ihr Betrieb werde sich schnell erholen, wenn die Beschränkungen aufgehoben sind. Ein weiteres knappes Viertel (23,2 Prozent) geht davon aus, bis weit über 2020 hinaus mit den Folgen zu kämpfen zu haben.

An der Online-Befragung haben 239 Betriebe und Unternehmen teilgenommen. Bitte machen Sie auch weiterhin mit, wenn wir jede Woche erneut nach Ihrer Einschätzung fragen – denn nur so können wir eine Entwicklung abschätzen, wie sich die Corona-Krise auf die Fliesenbranche auswirkt.

Zur aktuellen Umfrage der KW 17 geht es hier – wir haben jetzt auch Fliesenleger mit Ausstellung und den Handel mit aufgenommen.

Kennen Sie schon unsere kleine Serie „Fliesenleger äußern sich zur Corona-Krise“? Starten Sie bei Teil 5 und arbeiten sich bis Teil 1 vor!

14.04.2020