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Weniger Zollkontrollen auf Schwarzarbeit

Die Einschränkungen durch Corona betreffen auch die Kontrollen auf Schwarzarbeit durch den Zoll: Bis Ende Oktober hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit in diesem Jahr 37.770 Arbeitgeber auf die Einhaltung von Mindestlöhnen, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung kontrolliert – 16 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2019. (Foto: Pixabay)

Symbolfoto Finanzamt (Foto: Pixabay)
Die IG BAU befürchtet, dass Arbeitnehmer auf Kurzarbeit sich am Finanzamt vorbei etwas dazuverdienen wollen, wenn nicht wieder stärker kontrolliert wird. (Foto: Pixabay)

Im Baugewerbe sank die Zahl der Kontrollen um sieben Prozent. Die Kontrollen dort machen knapp ein Drittel aller Prüfungen aus. „Es ist klar, dass die Pandemie an der Finanzkontrolle Schwarzarbeit nicht spurlos vorbeigeht. Bei Visiten auf Baustellen müssen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, Beamte im Homeoffice ermitteln häufiger nach Aktenlage“, sagt IG BAU-Chef Robert Feiger. Der Zoll könne aktuell nicht so effektiv arbeiten. Er müsse allerdings alles daransetzen, das Kontrolllevel der letzten Jahre so weit wie möglich zu halten. „Firmen, die Löhne prellen oder Steuern hinterziehen, dürfen keine Profiteure der Krise sein“, so Feiger.

Kurzarbeit fördert Schwarzarbeit

Die Gewerkschaft warnt vor einer Zunahme der Schwarzarbeit, denn durch die Kurzarbeit sinken Einkommen, was dazu verleite, sich am Fiskus vorbei etwas hinzuzuverdienen. Gerade auch im Handwerk komme das immer wieder vor, so Feiger. „Es kommt deshalb entscheidend darauf an, dass der Zoll weiter Präsenz zeigt. Je höher das Risiko, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher halten sich Firmen an die Vorschriften. Schwarzarbeit schadet durch hinterzogene Steuern und Sozialabgaben nicht nur dem Staat, sondern auch allen sauber wirtschaftenden Unternehmen.“

Die Zahlen teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit und beruft sich dabei auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne).

www.igbau.de  

19.12.2020