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Wachstumsmarkt barrierefreies Bauen: Die Trendstudie

Deutschland wird älter – was bedeutet das für das Bauen? Die bfb barrierefrei Trendstudie 2019 der Rudolf Müller Mediengruppe hat untersucht, welche Potenziale der demografische Wandel für die Baubranche mitbringt und wie sie den Herausforderungen begegnen kann. (Alle Abb.: Rudolf Müller Mediengruppe)

bfb Trendstudie Barrierefreies Bauen: Barrierefreiheit als Wachstumsmarkt
Einschätzung zur Entwicklung von Nachfrage und Bedarf (Alle Abb.: Rudolf Müller Mediengruppe)

Der Markt wächst: Bei allen Gebäudearten sehen die Befragten in den kommenden Jahren eine ansteigende Nachfrage und zunehmenden Bedarf an barrierefreier Gestaltung. Für den Wohnungsbau sagen rund 94 Prozent einen zunehmenden oder stark zunehmenden Bedarf voraus. Damit steigt auch die Nachfrage nach barrierefrei gestalteten Produkten – barrierefreies Bauen wird zum Wachstumsmarkt.

bfb Trendstudie, Einschätzung zu Mehrkosten beim barrierefreien Bauen
Einschätzung zu Mehrkosten beim barrierefreien Bauen

Barrierefrei bauen lohnt sich

Barrierefrei zu bauen ist vor allem teuer – das ist ein häufiges Vorurteil von Bauherren. Die Studie zeigt jedoch, dass die Investitionen überschätzt werden und die Mehrkosten überschaubar sind. Bei einem  Viertel der Befragten zeigt die Erfahrung, dass barrierefreies Bauen bei vorausschauender Planung nahezu kostenneutral sein kann. Über 55 Prozent der Befragten beziffern die Mehrkosten mit maximal 5 Prozent. In diesem Punkt kann Aufklärungsarbeit durch die Planer und ausführenden Gewerke helfen, Kunden von barrierefreiem Bauen zu überzeugen und langfristig sogar zu sparen, wenn sie länger in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.

Verwirrend und unklar: Regelwerke und Produktinformationen

Eine Hürde identifiziert die Studie in den unklaren Regelwerken: Auftraggeber und Planer sind häufig unsicher in Bezug auf geforderte beziehungsweise mögliche Standards (barrierefrei, barrierearm, seniorengerecht etc.) und Fördermöglichkeiten. Komplizierte, widersprüchliche Regelwerke und Haftungsrisiken für Planer und Ausführende erschweren die Umsetzung. Dabei sind auch die Hersteller gefragt: Deren Informationen, inwieweit sich ein Produkt für die verschiedenen Anforderungen der Barrierefreiheit eignet, könnten besser sein.

bfb Trendstudie, Barrierefreiheit als Ausstattungs- und Qualitätsmerkmal
Barrierefreiheit als Ausstattungs- und Qualitätsmerkmal

„Barrierefrei und ästhetisch“ ist großer Markt für Hersteller

Außerdem sieht die Studie ein großes Potenzial, universelle, nicht-stigmatisierende Produkte zu entwickeln, denn Barrierefreiheit hat immer noch ein eher negativ geprägtes Image. Die Angst vor „Krankenhausdesign“ schreckt viele ab. Dennoch sehen 95 Prozent der Befragten, dass Barrierefreiheit als Wettbewerbsvorteil und Marketingargument an Bedeutung gewinnen wird. Zwei Drittel der Befragten attestieren nicht-barrierefreien Produkten Wettbewerbsnachteile.

Spielräume in Regelwerken nutzen

Gerade beim Bauen im öffentlichen Bereich müssen häufig unterschiedliche Nutzerbedürfnisse unter einen Hut gebracht werden. Um diese sogenannten Schutzzielkonflikte zu lösen, ist es ratsam, frühzeitig erfahrene Fachplaner für barrierefreies Bauen hinzuzuziehen. Außerdem bietet auch die Normenreihe DIN 18040 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen“ mit ihren Öffnungsklauseln Spielräume, die häufig gar nicht genutzt werden. Richtig angewendet bieten die Öffnungsklauseln Planern, Bauherren, Herstellern und Industrie vielfältige Möglichkeiten, um bedarfsgerechte Lösungen und innovative Produkte zu entwickeln.

Barrierefrei bauen mit Konzept

Beim Bauen im Bestand oder bei der Umsetzung besonderer Lösungen für spezielle Nutzergruppen sind Barrierefrei-Konzepte hilfreich, die die konkreten Maßnahmen transparent und nachvollziehbar in den Plänen darstellen. Für Sonderbauten ist dies in einigen Bundesländern verpflichtend, ebenso bei Bundesbauten. Die Konzepte helfen, alle Anforderungen zu berücksichtigen und Mehrkosten durch Nachbesserungen zu vermeiden. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und Informationen zu Inhalt und Aufbau solcher Konzepte findet sich im Handbuch Barrierefrei-Konzept.

Die komplette Studie gibt es unter www.baufachmedien.de. Weitere Informationen rund um Herausforderungen, Trends und Konzepte beim barrierefreien Bauen liefern Experten auf der Fachtagung „bfb barrierefrei bauen“, die am 25. September in Köln und am 10. Oktober in Regensburg stattfindet.

17.07.2019

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