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Voß Fliesen Natursteine Mosaiken: Jetzt auch in Berlin

Nach acht Monaten Umbauzeit hat die Sönnichsen AG Ende 2014 unter der Marke Voß Fliesen Natursteine Mosaiken eine 700 Quadratmeter große Fliesenausstellung in Berlin eröffnet. Es ist die zweite nach Hamburg. (Fotos: Petra Menke)

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Sämtliche Anwendungen sind nur teilweise verfliest, die Holzstruktur der OSB-Platten ist daher deutlich sichtbar. (Fotos: Petra Menke)
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Aktuell ist Fliesenverkauf bei Voß noch reine Männersache: Ulf Lammek, Mike Éliás, Dirk Bomberg, Mario Obler, Michael Stehle (von links)

Eine Besonderheit der Räumlichkeiten, in denen aktuell acht Mitarbeiter arbeiten, ist ihr Werkstattcharakter. Getreu dem Grundsatz „weniger ist mehr“ fehlen durchgestylte Komplettkojen, stattdessen setzt das Unternehmen auf ein atelierartiges Ambiente und eine intensive Beratung des Kunden. Auch auf ein 3D-Planungsprogramm wird verzichtet, wie Dirk Bomberg, einer der beiden Standortleiter, betont. Um Wünsche visuell umzusetzen, verwenden seine Mitarbeiter Handskizzen, weil sie einfacher und effektiver veränderbar sind als Entwürfe am Bildschirm. Hinzu komme, dass sich speziell Natursteinschattierungen digital nur schwer darstellen ließen, weil die Industrie bemüht sei, die verschiedenen Optiken als Unikate herzustellen.

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Im separaten Besprechungsraum lassen sich Planungen in Ruhe besprechen.

Wichtiger als eine extreme Sortimentstiefe sind dem Unternehmen „zuverlässige Industriepartner, die zu marktkonformen Preisen und Bedingungen liefern können“. Dem Fliesenangebot tut dies gleichwohl keinen Abbruch: So können Kunden aus knapp 500 Mustertafeln wählen, wobei das Sortiment deutlich mehr Boden- als Wandfliesen enthält – ihren flexiblen Einsatzmöglichkeiten sei Dank.

Architekten und andere Profikunden stellen zurzeit noch den Löwenanteil der Voß‘schen Klientel, doch soll sich dies künftig ändern. Ziel ist es laut Dirk Bomberg, den Privatkundenanteil von heute 20 Prozent in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen.

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Begeistert Architekten: der zentrale Collagentisch mit integrierten Fliesenbibliotheken und die durchnummerierten Musterwände dahinter

Beratungstest

Wir sind auf der Suche nach neuen Fliesen für unser Bad – ein etwa sechs Quadratmeter großer Raum mit Tageslicht. Als Berater steht uns Mike Éliás zur Seite. Der Groß- und Außenhandelskaufmann, der im Sanitärbereich gelernt hat und seit 15 Jahren als Ausstellungsberater arbeitet, erkundigt sich unter anderem nach unseren farblichen Vorlieben und bevorzugten Materialien sowie nach den Lichtverhältnissen in unserem Bad und der Positionierung der Objekte im Raum. Da wir nur wissen, dass unsere Wunschfliese nicht zu dunkel sein sollte, führt uns der sympathische 43-Jährige zu zwei großen Musterwänden, die mit jeweils 49 verschiedenen Fliesen der grauen beziehungsweise beigen Farbfamilie bestückt sind. Eine Fliese gefällt uns auf Anhieb, ein Feinsteinzeug für Boden und Wand aus der Architekturserie „System N“ von Marazzi. Das in einem warmen Beigeton gehaltene Muster verfügt über eine rutschfeste Oberfläche und wäre damit auch für den Innenbereich der Dusche geeignet. Für die Wand empfiehlt er das Format 30 x 60 Zentimeter, für den Boden 60 x 60 Zentimeter.

Exklusive Eigenmarke „Cerabella“

Ein guter Anfang, aber wir würden gerne noch Alternativen sehen. Die präsentiert unser Berater in Gestalt des Feinsteinzeugs „Cerabella“ – einer Eigenmarke, die der italienische Hersteller Emilceramica exklusiv für die Einkaufskooperation Eurobaustoffe fertigt, der auch die Sönnichsen AG angehört. Das sandfarbene Muster in 60 x 60 Zentimetern für den Boden ist insofern etwas Besonderes, als es eine gemischte Oberfläche aufweist, die Strukturelemente von Beton, Holz und Naturstein in sich vereint. Um den Boden farblich abzusetzen, rät Mike Éliás für die Wand zu einem weißen Muster der gleichen Serie – entweder in 30 x 60 oder 60 x 60 Zentimetern.

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Alle zehn Kojen sind aus OSB-Grobspanplatten gefertigt – nicht gerade alltäglich

Da wir uns zu keiner Entscheidung durchringen können, kehren wir an die Musterwände zurück und finden schließlich doch noch unsere Wunschfliese: ein Feinsteinzeug von Marazzi, diesmal aus der Serie „Treverk“ in 20 x 120 Zentimetern, dessen mattgraue Holzoptik uns begeistert. Als Wandbelag wählen wir ein fünf Millimeter dünnes Kerlite-Feinsteinzeug von Cotto d´Este aus der Serie „Buxy“ in 1 x 1 Meter, dessen warmer Sandsteinton Amande die Holzoptik der Bodenfliese perfekt ergänzt. Boden- wie Wandfliese sind nicht vorrätig, allerdings binnen maximal drei Wochen lieferbar – genug Zeit also, um den von Voß empfohlenen Fliesenleger zu kontaktieren und alle weiteren Schritte direkt mit ihm zu besprechen.

www.voss-fliesen.de

IM CHECK: www.voss-fliesen.de

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FLIESEN & PLATTEN-Autorin Petra Menke

Petra Menke

Petra Menke lebt als freie Journalistin und Texterin in Frankfurt am Main. Die Diplom-Biologin ist spezialisiert auf Umwelt-, Gesundheits- und Technikkommunikation und schreibt für Fachmedien sowie für Unternehmen unterschiedlichster Branchen.

www.petra-menke.de

27.08.2015