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Sopro-Seminar zum Schwimmbadbau

Es gehört zu den beliebtesten Planer- und Sachverständigenseminaren von Sopro: „Schwimmbäder fachgerecht planen und bauen“. Die bisherigen Themen reichten von architektonischen Aspekten über bauphysikalische Denkanstöße bis hin zu Fragen zur Reinigung und Abdichtung. (Foto: Sopro Bauchemie)

Teilnehmer beim Sopro Planer- und Sachverständigenseminar  „Schwimmbäder fachgerecht planen und bauen“ (Foto: Sopro Bauchemie)
Nach wie vor ein „Renner“ unter den Sopro Planer- und Sachverständigenseminaren: Das Seminar zum Thema „Schwimmbäder fachgerecht planen und bauen“. (Fotos: Sopro Bauchemie)

Unter dem Titel „Schwimmbäder im Wandel“ nahm Dipl.-Ing. Architekt Martin Reimer, einer der Geschäftsführer der auf den Schwimmbadbau spezialisierten 4a Architekten GmbH aus Stuttgart, die Zuhörer mit auf eine spannende Zeitreise. Er stellte Projekte aus den letzten 20 Jahren gegenüber, beispielsweise das 2001 erbaute Tu-Wass-Freizeitbad in Tuttlingen mit dem Freizeitbad Stegermatt in Offenburg aus dem Jahre 2017. Der Vergleich zeigte unter anderem, dass bei den Fliesen- und Natursteinbelägen mittlerweile nicht nur großformatige Platten dominieren, sondern es ist zugleich ein Trend zu qualitativ hochwertigen Wand- und Bodenbelägen zu erkennen. Dahinter steht auch die Erkenntnis, dass die Nutzer „mit hochwertigen Materialien sorgfältiger umgehen“, so Martin Reimer.

Bauphysik im Hallenbad

Dass Wasser ein „Feind des Bauwerks ist“, machte Dipl.-Ing. Gerhard Klingelhöfer vom gleichnamigen Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Bautechnik aus Pohlheim bei seinen „Bauphysikalischen Denkanstößen zum Hallenschwimmbad“ deutlich. Er zeigte, dass die Feuchteproblematik im Hallenbad viel komplexer als im üblichen Hochbau ist. Daher, so der Referent, „erfordert die bauphysikalische, das heißt insbesondere die hygrothermische Planung und der Bau von Hallenbädern Spezialkenntnisse und viel Erfahrung.“

In einem weiteren Vortrag beschäftigte sich Dr. Dirk P. Dygutsch, Geschäftsführer der Dr. Nüsken Chemie GmbH aus Kamen, mit dem Thema „Bauabschluss und Unterhaltsreinigung“. Im Fokus seiner Ausführungen stand das „Spannungsfeld Reinigung“.

Mit dem „Kathodischen Korrosionsschutz für Beton-Rohwasserspeicher in Schwimmbädern“ sprach Jürgen Väth, Vertriebsberater Deutschland der im schweizerischen Füllinsdorf ansässigen Guldager AG, ein spezielles Problemfeld an, das insbesondere bei Schwallwasserbehältern aus Beton auftritt. Der Korrosion an Behältnissen und deren Auswirkungen könne man „erfolgreich mit dem Einbau einer kathodischen Korrosionsschutzanlage entgegenwirken.“ Ihr Einsatz im Betonbehälter schützt die Armierung und verlängert so dessen Lebensdauer.

Merkblatt Schwimmbadbau

Das neue ZDB-Merkblatt „Schwimmbadbau“ stand im Fokus bei Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Kammerer, dem Bereichsleiter Anwendungstechnik bei der Sopro Bauchemie. Er erklärte, dass auch bei WU-Betonbecken eine zusätzliche Abdichtung zur Vorbeugung gegen Ausblühungen und Schädigungen erforderlich sein kann. Bei Betonbecken empfiehlt sich der Einsatz von flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen im Verbund mit keramischen Belägen. Die Betonoberflächen von Becken bedürfen grundsätzlich einer mechanischen Bearbeitung zur Sicherung des Haftverbunds. Selbst bei der Einhaltung der erhöhten Maßtoleranzen nach DIN 18202 kann es erforderlich sein, Maßungenauigkeiten auszugleichen, wobei die Putze und Ausgleichsschichten für die festgelegten Anforderungen geeignet sein müssen. Die zur Ausführung kommende Fliesengröße sollte ein Flächenformat von 0,18 Quadratmetern, die längste Kante jedoch eine Länge von 60 Zentimetern nicht überschreiten und Fliesen und Platten sollten eine Mindestdicke von mehr als sechs Millimetern aufweisen. Schockartige und zu schnelle thermische Belastungen bei Entleeren und Befüllen des Beckens sind zu vermeiden.

Dipl.-Ing. (FH) Björn Rosenau, Bereichsleiter Planer-/Objektberatung bei der Sopro Bauchemie, zeigte an zahlreichen Fallbeispielen für Abdichtung und Fliese, wie durch Erfahrung Bauweisen verbessert werden. Dabei ging es um Erfahrungen in den Bereichen Untergrundvorbereitung, Ausgleichsmaterialien, Abdichtungstechnik bzw. Durchdringungsanschlüsse.

Keramik im Schwimmbadbau

Gastgeber und Referenten des 31. Sopro Planer- und Sachverständigenseminars (Foto: Sopro Bauchemie)
Gastgeber und Referenten des 31. Sopro Planer- und Sachverständigenseminars (von links): Mario Sommer, Sebastian Kammerer, Martin Reimer, Jürgen Väth, Marco Warschburger, Marcel Neid, Dr. Dirk Dygutsch, Gerhard Klingelhöfer und Björn Rosenau.

Dipl.-Ing.(FH) Marco Warschburger, Leiter Planungs- und Beratungsservice bei der V&B Fliesen GmbH in Merzig, stellte bei seinem Blick auf die „Keramik im Schwimmbadbau“ zunächst die vielfältigen Serviceleistungen von V & B vor, die von Verlegeplänen und Farbgestaltungen bis hin zu objektbezogenen Leistungsverzeichnissen reichen. Anschließend widmete er sich ausführlich den Normen- und Regelwerken im Bereich Fliesen und Platten, wobei er unter anderem mit den Prüfverfahren, der Bruchlast/-kraft-Ermittlung und weiteren fliesenspezifischen Eigenschaften beschäftigte.

Der abschließende Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Marcel Neid von der Sopro Planer-/Objektberatung beschäftigte sich mit der Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten im Schwimmbadbau. Diese ziehe einen sehr hohen zeitlichen Verlegeaufwand mit erhöhten Anforderungen nach sich. Um Schäden zu vermeiden sind vor allem, so Marcel Neid, „hohes Fachwissen und geringe Kompromissbereitschaft gefragt.“ Beispielsweise muss man wissen, dass der bei großformatigen Fliesen geringere Fugenanteil den Spannungsabbau vermindert, sodass man hier spezielle Fliesenkleber mit spannungsentkoppelnder Wirkung einsetzen sollte. Besonders wichtig ist bei großformatigen Platten auch die möglichst hohlraumarme Bettung mit dem kombinierten Verfahrens.

www.sopro.com

13.01.2020

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