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Norddeutsche Steingut: Jubiläum in Bremen

Einer der ältesten deutschen Fliesenhersteller feiert Jubiläum: Die Norddeutsche Steingut AG wird 150 Jahre alt. Am 2. Oktober 1869 von Bremer Kaufleuten gegründet, produzierte die Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik zunächst Haushaltsgeschirr, ab 1889 auch Wandfliesen. (Foto: Norddeutsche Steingut)

Gebäuder der Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik (Foto: Nordeeutsche Steingut)
Vor 150 Jahren nahm die Actiengesellschaft Norddeutsche Steingutfabrik ihre Geschäfte auf. (Foto: Norddeutsche Steingut)

Ab der Jahrhundertwende profitierte die Fliese von der Industrialisierung. Grohner Fliesen waren bereits damals ein Begriff, heute würde man sagen: eine Marke, die nicht umsonst 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Auf alten Fotografien ist zu sehen, dass der heutige Stadtteil Vegesack im Bremer Norden vor allem von Gebäuden der Steingut, wie die Bremer ihre Fliesenfabrik nennen, geprägt war. Dort wurde 1910 auch die Bremer Wandfliesenfabrik, das Werk III gebaut, der heutige Sitz des Unternehmens. Insgesamt waren 1.900 Menschen für die Steingut in dieser Zeit tätig, aktuell sind es 517.

Zwischen 1975 und 1985 veränderte sich die Produktion in Bremen maßgeblich. Die gesamte Fertigung wurde von Tunnelöfen auf moderne Einbrand-/Schnellbrandtechnologie umgestellt. Die Brennzeit reduzierte sich damit von 72 Stunden auf 60 Minuten. Damit war die Steingut die erste Fabrik in Deutschland mit den neuen Rollenöfen.

Wandfliesen aus Sachsen

1997 wurde mit der Inbetriebnahme der Wandfliesenfabrik Kerateam in Leisnig das nächste große Kapitel in der deutschen Fliesengeschichte aufgeschlagen. Mit modernen Werken auch am Standort Deutschland wettbewerbsfähig Fliesen zu produzieren war die Vision des Managements. In Leisnig verwirklichte man das für Wandfliesen.

Gemeinsam mit einem starken Partner, der Steuler-Fliesen GmbH aus Mühlacker, wurde dieses Vorhaben umgesetzt und letztlich eine Erfolgsgeschichte. Was zu Anfang nur die Preisführerschaft in einem Format bedeutete, wuchs zum größten Wandfliesenwerk in Deutschland heran. Die Gründung von NordCeram in Bremerhaven, als 100prozentige Tochter der Norddeutschen Steingut, folgte 2002. Der Erfolg von Kerateam veranlasste den Vorstand, auch ein neues Bodenfliesenwerk zu gründen. NordCeram gehört heute zu den großen Herstellern von Feinsteinzeug in Deutschland. Für Kunden bedeutet das inzwischen den Zugriff auf ein sehr breites Formatspektrum von 33 x 33 bis 120 x 120 Zentimeter und Zwei-Zentimeter-Outdoor-Platten, von nicht eingefärbt bis durchgefärbt und rektifiziert sowie mit Oberflächenveredelungen.

Vorreiter im Norden

Die Norddeutsche Steingut AG war der erste deutsche Hersteller, der die Inkjet-Technologie einsetzte, und auch eine der ersten zehn Fabriken weltweit, die Fliesen auf einer Continua-Plus-Linie produzierte. Auch die ersten Feinsteinzeugfliesen in zwei Zentimetern Dicke kamen in Deutschland aus einem Werk der Norddeutsche Steingut AG, die heute zur Steuler Fliesengruppe gehört.

Seit 2018 werden auch sechs Millimeter dünne Fliesen in Bremerhaven produziert, und in diesen Tagen beschäftigt man sich in Bremen mit „Ceraclean 2“, der nächsten Generation von rutschhemmenden Oberflächen, die sehr leicht zu reinigen sein sollen.

www.norddeutsche-steingut.de

04.10.2019

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