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„Niedersächsische Meisterprämie“ von 4.000 Euro

Niedersachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Olaf Lies hat sich mit Vertretern der Handwerkskammern und Unternehmensverbände Handwerk auf eine „Niedersächsische Meisterprämie" verständigt.

Fliesenleger, Meister, Meisterprämie
Die „Niedersächsische Meisterprämie“ soll dazu dienen, dass auch bei den Fliesenlegern mehr gut ausgebildete Fachkräfte nachkommen. (Foto: nb)

Alle Meisterinnen und Meister, die seit dem 1. September 2017 ihre Prüfung erfolgreich abgelegt und ihren Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Niedersachsen haben, sollen eine Anerkennungsprämie von 4.000 Euro bekommen. Insbesondere wird sich das Land dafür einsetzen, dass im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsgesetzes (AFBG) die Meisterausbildungskosten zukünftig vollständig als Zuschuss übernommen werden.

„Während Anfang der 2000er Jahre in Niedersachsen noch über 3.000 Personen eine Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben, ist diese Zahl in 2016 auf weniger als 2.200 gesunken. [...] Der Rückgang, der durch Meisterinnen oder Meister geführten Betriebe, hat auch zur Folge, dass die Zahl der Auszubildenden im zulassungsfreien Handwerk gravierend gesunken ist“, sagte Minister Olaf Lies. „Deswegen brauchen wir einen Berufsausbildungspakt in Deutschland. Wir müssen uns in der nächsten Legislaturperiode auf ein Konzept und auf Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Bildung verständigen. Ein wichtiges Instrument ist, einen spürbaren Anreiz zu schaffen, um mehr junge Menschen im Handwerk für eine Meisterqualifizierung und -prüfung zu gewinnen. Deshalb haben wir uns auf eine ‚Niedersächsische Meisterprämie‘ von 4.000 Euro verständigt. Die dafür notwendigen Finanzmittel sollen in einem Nachtragshaushalt 2018 verankert werden. Diese Prämie soll allen niedersächsischen Meisterinnen und Meistern im Handwerk gewährt werden, die nach dem 1. September 2017 ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Darüber hinaus ist es an der Zeit ist, die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Aus-, Fort- und Weiterbildung auch bei der finanziellen Unterstützung herzustellen. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Gebührenfreistellung der Aufstiegsfortbildung. Da durch die Abschaffung der Studiengebühren am Anfang der Legislaturperiode die akademische Ausbildung bereits kostenfreigestellt wurde, ist es jetzt konsequent, die Aufstiegsqualifizierungen vollständig von den Gebühren zu befreien. Deshalb fordert das Land Niedersachsen, dass der Bund das Aufstiegsfortbildungsgesetz so ändert, dass eine 100-prozentige Förderung erfolgt. Bisher werden Zuschüsse in Höhe von 40 Prozent gewährt, bei bestanderer Prüfung sind es insgesamt rund 64 Prozent. Falls dies nicht im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung stehen sollte, wird Niedersachsen eine entsprechende Bundesratsinitiative starten.“

Fliesenleger, Meister, Meisterprämie
Olaf Lies hat auf seiner Facebook-Seite ein Video eingestellt, in dem drei Fragen zur Meisterprämie beantwortet. (Screenshot: https://www.facebook.com/MinisterOlafLies/ vom 4.10.17)

NHT-Präsident Mike Schneider und NHT-Vizepräsident Karl-Wilhelm Steinmann zeigten sich zufrieden: „Damit sind wir nun endlich auf dem richtigen Weg zu der immer wieder vom Handwerk geforderten Gleichstellung der akademischen und beruflichen Bildung.“ Dem Abstimmungsgespräch vorangegangen war der fraktionsübergreifende einstimmige Landtagsbeschluss vom 8.8.2017, der eine vollständige Befreiung der angehenden Meisterinnen und Meister von den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und anderer Aufstiegsfortbildungen zum Ziel hat. Dieses setzt eine Änderung des Aufstiegsfortbildungsgesetzes, des sogenannten Meister-Bafögs, voraus, für die die Bundesebene zuständig ist.

Weitere Stimmen und Hintergründe dazu gibt es auf www.mw.niedersachsen.de

Zudem hat Olaf Lies auf seiner Facebook-Seite drei Fragen zu diesem Thema per Video beantwortet.

04.10.2017

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