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Fliesenindustrie Italien: Raus aus dem Lockdown

Italiens Fliesenhersteller dürfen seit dem gestrigen Montag wieder produzieren. Der Ausstieg aus dem Lockdown erfolgt in einem weiterhin schwierigen globalen Marktumfeld. (Foto: Uwe Leppert)

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Ofen an, Fliesen raus: Der keramische Lockdown hat ein Ende. (Foto: Uwe Leppert)

Die Regierung in Rom hatte das Wiederanfahren der Industrieproduktion eigentlich erst zum 4. Mai 2020 vorgesehen und dies in einem Dekret auch angeordnet. Im Laufe des Sonntags, 26. April, wurde jedoch eine Regelung gefunden, die es ermöglichte, dass stark exportorientierte Industriebranchen bereits am 27. April mit der Produktion beginnen können. Italiens Fliesenhersteller haben eine Exportquote von über 80 Prozent und fallen daher in diese Kategorie. Die Unternehmen im Raum Sassuolo hatten seit zwei Wochen auf ein Ende des Produktionsstopps gedrängt. Dieser galt ab dem 25. März, ermöglichte jedoch eine Weiterführung des Lagerbetriebs zur Auslieferung bereits produzierter Ware.

Die italienischen Fliesenunternehmen werden nach Aussage des Verbands Confindustria Ceramnica das Anfahren der Produktion individuell handhaben. Dabei gelten weiterhin die strengen Sicherheitsvorschriften und Abstandsregeln, wie sie mit den Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden vereinbart worden sind. Viele Mitarbeiter verbleiben vorerst im Homeoffice.

Nach Zeitungsberichten am Dienstag hatten einige der großen Hersteller mit dem Wiedereinstieg in die Produktion begonnen. Dazu gehören die Panaria Group, die Florim Gruppe sowie Marazzi.

Die Panaria Group hat nach den Worten ihres Präsidenten Emilio Mussini mit der Produktion begonnen. Insgesamt 270 Beschäftigte, also rund 55 Prozent der gesamten Belegschaft, seien an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Die Logistik sei zu 60 Prozent aktiviert. Die Rückkehr in den geschäftlichen Normalzustand nach einem Stopp von über einem Monat werde „viele Monate erfordern“, sagte Mussini.

Auch die Florim Group hatte ihre Werkstore am Montag wieder geöffnet. Der Präsident der Gruppe, Claudio Lucchese, versicherte, dass die Gesundheit der Mitarbeiter und ihrer Familien durch eine rigorose Anwendung der Sicherheits- und Präventivmaßnahmen geschützt werde.

Der Hersteller Marazzi gab bekannt, dass die Werke graduell wieder angefahren werden. Damit soll auch sichergestellt werden, dass die Präventivmaßnahmen sich an den Arbeitsplätzen verfestigen können.

Die drei genannten Unternehmen waren die ersten, die noch vor dem angeordneten Stopp angekündigt hatten, die Produktion vorerst auszusetzen.

www.confindustriaceramica.it

28.04.2020