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Meisterpflicht: Anhörung im Bundeswirtschaftsministerium

Bei einer Anhörung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht im Bundeswirtschaftsministerium setzten sich Vertreter des Fachverbands Fliesen und Naturstein im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes für die Wiedereinführung im Fliesenlegerhandwerk ein. Im Fokus stand die Frage, welche der bisher zulassungsfreien Berufe wieder unter die Meisterpflicht fallen könnten. (Foto: Rudolf Voos)

 FFN-Vorsitzende Karl-Hans Körner (l.) und der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Estrich und Belag im ZDB, Simon Thanner (r.),der FDP-Bundestagsabgeordnete Manfred Todtenhausen (Mitte) (Foto: Rudolf Voos)
Der FFN-Vorsitzende Karl-Hans Körner (l.) und der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Estrich und Belag im ZDB, Simon Thanner (r.), trafen bei der Anhörung den FDP-Bundestagsabgeordneten Manfred Todtenhausen (Mitte). (Foto: Rudolf Voos)

Neben den Fachverbänden der zulassungsfreien Gewerke waren auch Vertreter der Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften, Wissenschaftler und Verbraucherschützer zur Anhörung Anfang Juni geladen.

Im Fokus: Gesundheit und Verbraucherschutz
Der FFN hatte bereits in seiner zuvor eingereichten Stellungnahme die Themen Gesundheit, Gefahr für Leib und Leben und den Verbraucherschutz besonders herausgestellt. Denn viele Aspekte werden nur in der qualifizierten Meisterausbildung vermittelt und demnach auch nur von Meisterbetrieben beherrscht: Dazu gehören der Umgang mit Gefahrenstoffen, baustatische und -physikalische Kenntnisse, zum Beispiel für den Bereich Fassadenbekleidungen, sowie die Herstellung hygienisch einwandfreier Beläge für Wasseraufbereitungsanlagen oder OP-Räume. Die am Gesetzesvorhaben beteiligten Politiker halten diese Themen ebenfalls für sehr wichtig. Sie sind das wesentliche Argument für eine Rückführung in die Anlage A. Weitere Punkte sind die Ausbildungsleistung und der Kulturgüterschutz.

Im letzten Jahr war die Ausweitung der Meisterpflicht im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vereinbart worden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat die Diskussion mit einer ökonomischen Stellungnahme und einem juristischen Gutachten begleitet.

Ende Juni kommen noch Sachverständige im Wirtschaftsausschuss des Bundestags zu Wort. Im Anschluss wird das Bundeswirtschaftsministerium einen Gesetzentwurf erarbeiten. Das Gesetz könnte Anfang 2020 in Kraft treten.

Die Meisterpflicht war 2004 für 53 Gewerke abgeschafft worden. Die damalige rot-grüne Bundesregierung versprach sich dadurch mehr Wettbewerb und mehr Gründungen. Der FFN hat sich seit der Abschaffung im Jahr 2005 für die Wiedereinführung eingesetzt.

www.fachverband-fliesen.de

11.06.2019

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