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Marmomac Digital Restart: Verona versammelt die Branche virtuell

Die Veroneser Natursteinmesse findet in diesem Jahr als digitaler Treff unter dem Namen „Marmomac Digital Restart“ statt. Das virtuelle Provisorium sei der erste Schritt in Richtung hybrider Messe, „die in Zukunft der Standard sein wird“, so der Veroneser Messe-Chef Giovanni Mantovani. Die Anmeldung für die Besucher hat am 10. September begonnen. (Fotos: Messe Verona)

Eingang zur Marmomac  (Foto: Messe Verona)
Natursteinsalon Verona: eine hybride Zukunft (Fotos: Messe Verona)

Im Laufe des Juli hatte sich die Messe Verona dazu entschlossen, die Fachmesse für Naturstein und Technologien Marmomac nicht wie üblich physisch auf dem Messegelände stattfinden zu lassen: Die globale Ausbreitung des Virus Covid-19 hätte eine Anreise von Ausstellern und Besuchern aus vielen wichtigen Ländern erschwert und teilweise sogar unmöglich gemacht. Aus diesem Grund wurde das Projekt „Marmomac Digital Restart“ vorgestellt, das vom 30. September bis zum 2. Oktober auf einer digitalen Plattform stattfinden wird: Die Messehallen bleiben darum leer.

Gute Resonanz auf das Projekt

Das Ziel des Projekts ist es, Aussteller und Besucher interaktiv zusammenzuführen. In einer Pressemitteilung gibt die Messe Verona bekannt, dass die Aussteller-Resonanz auf das Projekt in Italien, aber auch in Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Portugal, im Iran, der Türkei, Ägypten und Südafrika sehr gut ausgefallen sei. Die Besucher können sich seit dem 10. September über die Internestseite der Messe für die Veranstaltung anmelden und ein eigenes Profil erstellen.

So funktioniert der virtuelle Messebesuch

Vom 30. September bis zum 2. Oktober gelangt der Besucher mit einem eigenen Passwort in den virtuellen Ausstellungs- beziehungsweise Messebereich. Dort erwarten ihn die Profile der Aussteller in Form von stilisierten Messeständen. Davon gibt es drei Ausführungen, die neben einer einfachen Aufmachung einen Upgrade und eine weitere, höherwertige Gestaltung vorsehen. Dadurch soll erreicht werden, dass die virtuelle Präsentation des ausstellenden Unternehmens seiner tatsächlichen Größe und „Bedeutung“ entsprechen kann, und diese dem Besucher auch signalisiert wird. Auf der Basis des angegebenen Besucherprofils erstellt das System auch eine Empfehlungsliste zu besuchender Aussteller. Hiervon abgesehen kann man sich jedoch völlig frei bewegen.

Logo der Marmomac ReStart (Abb.: Messe Verona)
Neustart mit digitalen Tools

Austausch per Chat oder Video

Die Profile sind ausgestattet mit Informationen zu den Unternehmen, den Produkten und Materialien, Infos zu Produktneuheiten, Referenzprojekten und Dienstleistungsangeboten wie zum Beispiel Online-Seminare. Über einen Avatar kann der Besucher mit dem betreffenden Austeller in Kontakt treten. Dies kann wahlweise über einen schriftlichen Chat-Austausch oder eine Bild-Audio-Verbindung geschehen. Der angefragte Mitarbeiter, in der Regel wird es sich hier um einen Vertriebsmitarbeiter für das zuständige Gebiet handeln, wird aus seinem Büro am Sitz des Unternehmens antworten: An dieser Schnittstelle verbindet sich der virtuelle Raum wieder mit der analogen Realität mit ihren Unternehmen, ihren Produkten und ihren Menschen. Das System erlaubt auch die Durchführung virtueller Online-Seminare und Produktpräsentationen mit ganzen Besuchergruppen.

„Marmomac Academy“ auch virtuell

Das Programm „Marmomac Academy“ ergänzt das virtuelle Messe- und Matchgeschehen auch dieses Jahr durch Vorträge und Veranstaltungen rund um das Thema Marmor und Naturstein – live und aufgezeichnet. In diesem Jahr hat die Messe die Fakultät für Architektur von Venedig (IUAV) für eine Zusammenarbeit gewonnen. Das Programm umfasst Sitzungen und Vorträge für Architekten, Designer, Unternehmen und interessierte Besucher. Bei den Weiterbildungsveranstaltungen für Architekten wird die Anwesenheit hochkarätiger Dozenten des US-amerikanischen American Institute of Architects (AIA) sowie des Royal Institute of British Architects (RIBA) angekündigt.

Messe Marmomac (Foto: Messe Verona)
Analog und digital: Bausteine des integrierten Messemachens

Die Ausstellung „The Italian Stone Theatre“ wird in virtueller Form erfahrbar sein und zeigt die besten Exponate der vergangenen fünf Jahre.

Da die Messe zum ersten Mal in dieser Form stattfinden muss, bleibt es spannend, wie viele Besucher teilnehmen werden. Das System sei jedoch für einen Zugang von gut 60.000 Interessierten ausgelegt, was dem Abschlussbericht der Marmomac 2019, der 64.000 Besucher angibt, ungefähr entspricht.

„Diese Veranstaltung“, so der General-Direktor der Messe Verona Giovanni Mantovani in einer weiteren Pressemitteilung, „ist die erste Messe unserer Gruppe, die 100 Prozent digital organisiert wird. Unser Ziel ist es, die Branche in einem großen Netzwerk-Event zusammenzuführen. Die Kosten für die Aussteller sind überschaubar und ermöglichen auch solchen Unternehmen mit begrenzten Marketingmitteln eine Teilnahme, denen eine erste physische Präsenz auf der Marmomac nicht möglich wäre.“

Bei allen Schwierigkeiten und Problemen in diesem Herbst versucht man, der kommenden Marmomac auch eine positive Seite abzugewinnen: Gegenüber Fliesen und Platten äußerte die zuständige Mitarbeiterin die Erwartung, dass die Veroneser Messen in Zukunft nicht mehr als nur physisch oder nur virtuell gedacht würden, sondern einen eher hybriden Charakter annehmen werden. Standbein soll aber weiterhin die analoge Messe bleiben, die jedoch durch digitale Tools wie in diesem Jahr ergänzt und komplettiert wird. Die Optionen für die Besucher und die Reichweiten der Veranstaltungen könnten so in einem ganz erheblichen Maß gesteigert werden.

Anmeldungen sind bereits möglich, die Messe startet am 30. September.

www.marmomac.com

19.09.2020

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