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Abschied von Giorgio Squinzi

Giorgio Squinzi ist nach längerer Krankheit am 2. Oktober 2019 in Mailand verstorben. Der Geschäftsführer des weltweit agierenden Bauchemieunternehmens Mapei wurde 76 Jahre alt. (Foto: Mapei)

Mapei-Geschäftsführer Giorgio Squinzi  (Foto: Mapei)
Giorgio Squinzi war in der Branche, in Kultur und Sport außerordentlich engagiert und hat etliche Auszeichnungen erhalten. (Foto: Mapei)

Giorgio Squinzi, der Industrielle Chemie studiert hat, gründete die Mapei s.n.c. 1970 zusammen mit seinem Vater Rodolfo Squinzi. Das Unternehmen baute auf das seit 1937 bestehende Familienunternehmen auf. Squinzi engagierte sich dabei besonders in der technologischen Forschung und der Entwicklung.

Im Jahr 1976 übernahm er die Führung der neu gegründeten Aktiengesellschaft Mapei S.p.A. Zwei Jahre später begann mit dem Schritt auf den kanadischen Markt die Internationalisierung des Unternehmens. Im Dezember 1984 wurde Giorgio Squinzi alleiniger Geschäftsführer der Mapei S.p.A..

Mapei wächst in 36 Ländern

Unter seiner Führung wurde Mapei zu einer globalen Industriegruppe mit 89 Unternehmen, davon 9 Dienstleister, und 83 Produktionsstätten. Diese Entwicklung trieb den Umsatz bis zum Jahr 2018 auf 2,5 Milliarden Euro, die von mehr als 10.000 Mitarbeitern erwirtschaftet wurden.

Eine der wichtigsten Errungenschaften seiner Unternehmerkarriere habe darin bestanden, nie eine Kündigung im Rahmen eines Belegschaftsabbaus getätigt zu haben oder die Hilfe der staatlichen beziehungsweise der Sozial-Kassen beantragt zu haben, so Mapei in einer Mitteilung.

Der „Gentleman“-Industrielle

Die zahlreichen Tätigkeiten in nationalen, europäischen und internationalen Verbänden, Normausschüssen und Würdigungen im In- und Ausland zeigen Giorgio Squinzi als einen ausgesprochen engagierten und der Welt zugewandten Unternehmer. Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera beschreibt Squinzi in ihrem Nachruf als „Gentleman-Industriellen“. Er sprach fünf Sprachen fließend und ist Autor zahlreicher technischer Artikel in nationalen und internationalen Fachzeitschriften.  

Von 1997 bis 2003 und nochmals von 2005 bis 2011 stand Giorgio Squinzi dem Verband der italienischen Chemieindustrie Federchimica als Präsident vor. Den Verband der Italienischen Industrie Confindustria führte er von 2012 bis 2016. Darüber hinaus fungierte er von 2011 bis 2012 als Mitglied im Rat der Italienischen Zentralbank Banca d`Italia.

Engagiert für Mailand und hochdekoriert

Der Musikliebhaber trat 2016 dem Verwaltungsrat des Mailänder Opernhauses Teatro alla Scala bei, dem auch Mapei seit 2008 als Gesellschafter angehört. Ebenso engagierte er sich im Verwaltungsrat der 1387 gegründeten Stiftung Veneranda Fabbrica del Duomo, die sich dem Erhalt des Mailänder Doms widmet

Für seine unternehmerischen und sportlichen Leistungen im Dienste der Stadt ehrte ihn das lombardische Mailand. Squinzi ist Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik und der Medaille „Cavaliere del Lavoro“ („Ritter der Arbeit“), des Gregoriusordens, der vom Vatikan verliehen wird, und des Belgischen Kronenordens „Commandeur de l´Ordre de la Couronne“.

„Sport spiegelt unsere Werte wider”

Giorgio Squinizi war ein sehr engagierter Unterstützer von Radsport und Fußball. Ab 1993 sponserte er das Mapei-Radsportteam, zog sich aber aufgrund von Dopingverwicklungen dieses Teams 2002 als Finanzier zurück. Im selben Jahr kaufte er in der Serie C2 die Fußballmannschaft US Sassuolo Calcio, die 2013 in die erste italienische Liga aufstieg. Erst Ende September dieses Jahres hatten Squinzi und Mapei mit der Union Cycliste Internationale (UCI) einen neuen dreijährigen Sponsoringvertrag vereinbart, der sicherstellt, dass das Unternehmen bis 2022 Hauptpartner der UCI-Straßen-Weltmeisterschaften bleibt. „Für Mapei ist Radfahren nicht nur ein Sport oder ein Kommunikationsmittel. Es spiegelt die Werte wider, die in unserer Unternehmens-DNA verankert sind, auf der Mapei die Grundlage für ihren Erfolg gelegt hat: Bestreben, ständige Teamarbeit und die Entschlossenheit, sich neuen Herausforderungen zu stellen“, sagte Squinzi nach der Unterzeichnung des Deals.

Giorgio Squinzi hinterlässt seine Ehefrau Adriana und die Kinder Veronica und Marco, der Mitglied im Verwaltungsrat der Confindustria Ceramica ist.

www.mapei.com

09.10.2019

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