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Betriebe ohne Meisterbrief machen qualifizierten Fliesenlegern zu schaffen

MELDUNGEN I Fliesenlegerbetriebe ohne Meister, Löhne unter Tarifniveau und kaum Aussicht auf Besserung: Die Folgen der umstrittenen Novellierung der Handwerksordnung machen auch den Mitgliedern der Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein im Verband baugewerblicher Unternehmer in Hessen zu schaffen. (Foto: Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen)

Jahrestagung Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein m Verband baugewerblicher Unternehmer in Hessen
Landesfachgruppenleiter Günter Marksteiner (l.) begrüßte Dr. Christof Riess als Referenten zur Jahrestagung der hessischen Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein. (Foto: Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen)

Während der Jahrestagung der Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein diskutierten gut 60 Teilnehmer über die Novellierung der Handwerksordnung aus dem Jahre 2004. Als Referent ging der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Rhein-Main, Dr. Christof Riess auf dieses strittige Thema ein.

Hunderte Handwerker ohne Meisterbrief

Etwa 1000 Ich-AGs wurden seit der Novellierung der Handwerksordnung im Jahre 2004 als Fliesenlegerbetriebe in die Handwerksrolle eingetragen, viele von ihnen osteuropäische Handwerker ohne Meisterbrief, berichtete Riess. Zusätzlich gebe es heute etwa 350 Meisterbetriebe. Zum Vergleich: Vor der Novellierung waren insgesamt nur 340 Fliesenlegerbetriebe in der Handwerksrolle eingetragen.

Die osteuropäischen Fliesenlegerbetriebe würden Preise kalkulieren, die von einem Meisterbetrieb kaum kalkulierbar sind, betonten einige Mitglieder der Landesfachgruppe. Da angestellte qualifizierte Mitarbeiter nach Tarifrecht entlohnt würden, müssten die Angebote der Meisterbetriebe in der Regel zudem höher ausfallen, als die der Betriebe ohne Qualifikation.

Qualifizierung als Kriterium

Riess bestätigte die Wahrnehmungen der Fliesenleger, machte aber auch darauf aufmerksam, dass eine Rücknahme der Novellierung kaum möglich sei. Die Handwerkskammern planen aber, eine Qualifizierungsprüfung einzuführen beziehungsweise den Nachweis einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Fliesenleger zu verlangen.

Riess forderte die Fliesenlegerbetriebe auf, sich für die Qualifizierung stark zu machen: Das sei schließlich die Stärke der Meisterbetriebe. Zudem versprach er, die Fliesenleger bei der Qualifizierung der Betriebe zu unterstützen und lud die Landesfachgruppe zur nächsten Fachtagung in die Räume der Handwerkskammer Rhein-Main ein, um das Thema erneut aufzugreifen und weiterzuführen.

Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein Hessen

30.05.2011

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