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HWK Düsseldorf: Schwarzarbeit wird zu selten geahndet

Die Handwerkskammer Düsseldorf hat auf ihrer Regionalkonferenz zum Stand der Schwarzarbeitsbekämpfung im Handwerk kritisiert, dass der Staat zu selten gegen Handwerker vorgehe, die keine sind. Insbesondere in gefahrengeneigten zulassungspflichtigen Gewerben gebe es zu wenig Verfolgungsdruck. (Foto: Wilfried Meyer)

Regionalkonferenz der HWK Düsseldorf zur Schwarzarbeitsbekämpfung (Foto: Wilfried Meyer)
Zahlreiche Teilnehmer kamen zur Regionalkonferenz zum Stand der Schwarzarbeitsbekämpfung. (Foto: Wilfried Meyer)

„Kein Mensch würde Ärzte ohne Approbation oder Richter und Anwälte ohne juristisches Examen dulden. Im Handwerk werden Verstöße gegen die Qualifikationspflicht dagegen häufig allzu lax geahndet. Schwarzarbeit ist schwere Wirtschaftskriminalität, ausnahmslos“, sagte der Präsident der Handwerkskammer, Andreas Ehlert, auf der Konferenz. Das bestehende „Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit“ weist laut Ehlert zwar den richtigen Weg, reicht aber nicht aus, um deutlich weniger Verstöße zu erreichen. Grund dafür seien kleinteilige Zuständigkeiten in der Kontrolle und Deliktverfolgung. Als Lösungsansatz schlug Ehlert vor: „Wir brauchen Aktionsbündnisse gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung unter Einbezug der Kammern, der Verbände der Wirtschaft und der Gewerkschaften.“

Das zuletzt verabschiedete „Gesetz gegen illegale Beschäftigung, Schwarzarbeit, Sozialleistungsbetrug sowie gegen Kindergeldmissbrauch“ richte den Fokus außerdem zu stark auf die steuerliche Schwarzarbeit. Nach Auffassung von Ehlert bleibt dabei aber die Verfolgung der unberechtigten Ausübung eines Gewerbes ohne erforderliche Qualifikation auf der Strecke. „Dabei geht es gerade hier auch um den Verbraucherschutz. Und ganz nebenbei fehlt bei Schwarzarbeit von Handwerksleistungen auch jegliche Gewährleistung“, betonte Ehlert.

Voraussichtlich 319 Milliarden Euro Umsatz werden in diesem Jahr durch Schwarzarbeit erzielt, wie Untersuchungen des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Linz ergeben haben.

www.hwk-duesseldorf.de

25.04.2019

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