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Handwerksgehälter: Goldener Boden – aber keine goldene Nasen

Das Gebäudetechnik-Portal www.haustec.de hat 1.385 Handwerker zu ihrem Verdienst befragt. Das Ergebnis dieser nicht repräsentativen Umfrage: Handwerker verdienen durchschnittlich oft deutlich weniger als Beschäftigte anderer Branchen. (Grafik: Haustec.de)

Haustec-Umfrage
Nach der Umfrage von Haustec.de verdienen Handwerker deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt und auch weniger als Beschäftigte in vergleichbaren Jobs in der Industrie. (Grafik: haustec.de)

Auch wenn das Handwerk derzeit besonders goldenen Boden beackert, verdient sich kaum einer der Mitarbeiter im Handwerk eine goldene Nase. Das jedenfalls hat die Online-Befragung auf Haustec.de ergeben: Rund 70 Prozent der befragten Handwerksgesellen erhalten demnach weniger als 36.000 Euro Bruttojahresgehalt – und liegen damit deutlich unter dem deutschlandweiten Durchschnittsverdienst von circa 41.000 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt). Auch mit ähnlichen Industriegehältern, beispielsweise in der Metall- und Elektroindustrie, können Handwerkergehälter meist nicht mithalten. Hier kommt mancher Berufsanfänger dank tariflicher Zulagen schon direkt nach seiner dreijährigen Ausbildung auf rund 42.000 Euro Bruttojahresgehalt (Tarifvertrag IG Metall).

Weitere Ergebnisse der Befragung:

  • Fast die Hälfte (48%) aller befragten Handwerker (also Gesellen plus Meister) liegt mit maximal 36.000 Euro Brutto-Jahresgehalt unter dem deutschlandweiten Durchschnittsverdienst.
  • Handwerker müssen sich nach der Gesellenprüfung zwingend weiterqualifizieren, wenn sie in gehobene Einkommensgruppen vordringen wollen.
  • Selbst 40% der Meister mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung verdienen weniger als der Durchschnittsdeutsche.
  • Nur 20% der Akademiker aus Gebäudetechnik-Gewerken starten mit einem unterdurchschnittlichem Gehalt.
Ruinöser Wettbewerb über Stundenlöhne
Teil des Problems – das klingt bei der Befragung durch – ist der lokale Wettbewerb der Handwerker, der immer noch vielfach über Stundenlöhne ausgetragen wird. Haustec.de-Redakteur Oliver Janßen erklärt das so: „Beim Endkunden wird oft nur zwischen 35 und 50 Euro für die Gesellenstunde abgerechnet – mit starken regionalen Schwankungen. Das limitiert die Gehälter angesichts hoher nicht verrechenbarer Anteile an der Arbeitszeit erheblich.“ Die Ergebnisse stammen aus einer Online-Befragung auf Haustec.de, an der insgesamt 1.385 Handwerker, Architekten, Planer und Ingenieure teilgenommen haben. Die „Große Gehalts-Umfrage“ wurde vom 3. August bis zum 21. September 2018 durchgeführt und beinhaltet anonyme Fragen zu Alter, Ausbildung, Berufserfahrung und Gehalt.
Alle Ergebnisse der Befragung sind auf dem Portal einsehbar:

www.haustec.de

27.10.2018

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