zurück

Lockerung der Corona-Beschränkungen ist richtig

Mit der beschlossenen schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen haben Bund und Länder aus Sicht des Handwerks umsichtig und verantwortungsbewusst gehandelt. Nun wünscht sich beispielsweise die Handwerkskammer Konstanz schnell Klarheit in Bezug auf die Öffnung ihrer Bildungseinrichtungen und die notwendige hygienische Schutzausrüstung. Und auch Vertreter des nordrhein-westfälischen Handwerks melden sich zu Wort. (Foto: nb)

Schutzmaske_nb_634px
Gesundheitsschutz hat nach wie vor oberste Priorität, es werden aber weitere Infos zum Hygiene-Konzept gefordert. (Foto: nb)

„Für uns alle hat der Gesundheitsschutz nach wie vor oberste Priorität. Nicht nur das Handwerk stellt tagtäglich unter Beweis, dass es mit dieser herausfordernden Situation verantwortlich umgeht. Es ist deswegen gut, dass die Landesregierung Vertrauen in die Betriebe und ihre Mitarbeiter hat und dies bei ihren Entscheidungen zu weiteren Öffnungen berücksichtigt“, unterstreicht der Präsident von Handwerk NRW, Andreas Ehlert.

„Das Handwerk will arbeiten, damit so viele Betriebe, Arbeits- und Ausbildungsplätze wie möglich diese Krise überstehen. Dafür werden nun die Rahmenbedingungen verbessert. Die nordrhein-westfälische Stimme in Berlin hat ganz maßgeblich dazu beigetragen, dass hier auch wirtschaftliche Perspektiven wieder aufgezeigt werden können“, so der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, Hans Hund.

Das nordrhein-westfälische Handwerk warnt eindringlich vor den immensen Folgen eines Stillstands ohne Perspektiven. „Es geht hier nicht um Profitinteressen, sondern um die nackte Existenz vieler Betriebe. Die sozialen Folgen der Krise müssen wir im Blick behalten“, erklärt Hans Joachim Hering, Präsident des Unternehmerverbandes Handwerk NRW.

Das Handwerk sei sich seiner Verantwortung bewusst. Man brauche jetzt vor allem Kunden und Aufträge. Diesbezüglich müsse die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen. „Genehmigungen und Zulassungen in der Kommunalverwaltung müssen jetzt wieder funktionieren. Auftragsvergaben an die heimische Wirtschaft sind dringend nötig“, so die Spitzenvertreter des nordrhein-westfälischen Handwerks.

Handwerkskammer Konstanz: Schnell Klarheit zu notwendigen Schutzmaßnahmen gewünscht

In den vergangenen Wochen hätten zahlreiche Handwerksunternehmen unter strikter Beachtung gesundheitsspezifischer Vorgaben einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Versorgung vor Ort sicherzustellen, öffentliche und private Infrastrukturen zu warten und in Gang zu halten und besonders im Bereich des Gesundheitswesens hygienische Standards aufrecht zu erhalten. „Dass nun neben dem Reparaturservice bei Mischbetrieben des Handwerks auch der Handelsbereich wieder öffnen darf, ist ein wichtiger und richtiger Schritt. In erster Linie betrifft dies bei uns die Kfz- und Fahrradhändler“, erläutert Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz.

Allerdings müsse überall gewährleistet sein, dass den Unternehmen die erforderlichen Ausrüstungen und Vorkehrungen zum Schutz von Beschäftigten und Kunden zur Verfügung stehen. „Hier brauchen wir genauere Informationen. Einige Friseure fragen uns bereits, was das notwendige Hygienekon-zept genau beinhaltet, ob es nun eine Maskenpflicht gibt und wo diese dann zu beziehen sind. Ich gehe davon aus, dass diese Details noch verkündet werden“, so Rottler.

Bei einer Maskenpflicht würde alleine das Bauhaupt-, Ausbau- und Nebengewerbe im Land mit rund 200.000 Beschäftigten – bei konservativer Schätzung – pro Woche etwa eine Million Einwegmasken benötigen, das gesamte Landeshandwerk wohl mindestens drei Millionen.

Mehr Klarheit wünscht sich das Handwerk auch mit Blick auf die eigenen Bildungsstätten. Denn wenn ab 4. Mai der Schulbetrieb für Abschlussklassen wieder anläuft, wird auch die Handwerkskammer ihre Bildungshäuser wieder öffnen. „Bei der Überarbeitung der Corona-Verordnung darf die Landesregierung die handwerklichen Bildungsstätten nicht vergessen“, so der Appell von Kammerpräsident Rottler.

www.hwk-konstanz.de

www.hwk-duesseldorf.de

17.04.2020