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Form follows Fun beim Tile Award 2017 von Agrob Buchtal

Der Tile Award richtet sich an junge (Innen)Architekten/innen und ist ein Kreativwettbewerb des Architekturkeramik-Spezialisten Agrob Buchtal. (Foto: Agrob Buchtal GmbH)

Keramik, Fliese, Architektur, Wettbewerb
Farbe, Muster, Proportion und Form als Kern-Elemente der Architektur wurden mit Keramik kreativ umgesetzt. (Fotos: Agbrob Buchtal GmbH)

Hauptzielrichtung dabei ist, die gestalterischen Möglichkeiten von Keramikfliesen experimentell auszuschöpfen. Die Resonanz bei der Premiere 2010 war so groß, dass der Wettbewerb 2012 und 2014 fortgesetzt und 2017 bereits zum vierten Mal ausgelobt wurde. Im ersten Halbjahr 2018 wurden die Gewinner/innen gekürt und ihre Entwürfe im Originalmaßstab gebaut und fotografiert.

Gesucht wurden frische Ideen zum Thema „Farbe und Muster in der Architektur“. Dabei sollten Räume innovativ mit Keramikfliesen gestaltet werden, um so die vielfältigen Möglichkeiten dieses Baumaterials und Kulturgutes aufzuzeigen. Bis Ende Mai 2017 konnten Entwürfe in den Kategorien Health/Care, Mobile/Transit und Shop/Show eingereicht werden. In einer ersten Sitzung wählte die Fachjury mit Brendan MacFarlane (Jakob + MacFarlane, FR-Paris), Johan Oscarson (Elding Oscarson, SE-Stockholm), Michael Stoz (Partner AG, DE-Offenburg), Boštjan Vuga (Sadar+Vuga d.o.o., SL-Ljubljana) und Christian Waldner (AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, AT-Wien/DE-München) aus 63 Arbeiten, die aus 20 Ländern kamen, die neun besten Entwürfe aus:

  • Iceland Shop House von Olga Solomatina, Moskau
  • Kawalki von Malwina Borowiec + Karolina Chodur, Pigalopus, Warschau
  • Light Emitting Tile: L.E.T. von Prajapati Piyush, Godwin Austen Johnson, Dubai
  • New Delft Blue von Agata Kycia, Berlin
  • RE:Tile von Andreas Crynen , Ingenhoven Architects, Düsseldorf
  • Stay Unique von Agnes Tröger-Morguet , A. Morguet Innenarch.&Design, Köln
  • Systems von Joa Herrenknecht, Studio Joa Herrenknecht, Berlin
  • Transmittance von Avishkar Bharati, JDAP Design-Arch.-Planning, Mumbai
  • Travellers Wheel von Joao Araujo Sousa + Joana Correia Silva, Arquitectura, Porto

Keramik, Fliese, Architektur, Wettbewerb
Die Teilnehmer des Workshops auf Island bei der Arbeit mit grandioser Landschaft als inspirierender Kulisse

Diese neun Entwurfsverfasser/innen wurden im Herbst 2017 zu einer Workshop-Reise nach Island eingeladen, um dort ihre eingereichten Entwürfe in inspirierender Umgebung zusammen mit Experten von Agrob Buchtal zu diskutieren und weiter zu entwickeln. Im Januar 2018 kürte die Fachjury dann die drei Gewinner/innen (in der obigen Aufstellung fett hervorgehoben). Diese drei Entwürfe wurden im zweiten Quartal 2018 als 1:1-Modelle gebaut und professionell fotografiert.

Die Gewinner

Stay Unique von Agnes Tröger-Morguet

Die Intention dieses Konzepts besteht darin, das Potenzial von Fliesen für das Seniorenwohnen einzusetzen, um Geschichten zu erzählen, Themenwelten zu schaffen oder Bereiche differenziert zu zonieren, ob Flure, Speisesäle, Apartments, Aufenthaltsräume oder Badezimmer. Ornamente, Bilder, Motive und exakt definierte Farbflächen erlauben Einrichtungen für die ältere Generation, die anregend oder beruhigend gestaltbar sind – ermöglicht durch eine großzügige Farb- und Formatpalette und dem daraus resultierenden Pixel-Katalog, der immer wieder neu kreativ arrangiert werden kann.

RE:Tile von Andreas Crynen

Bei diesem Entwurf wird mit einem Muster aus zweidimensionalen Fliesen ein subtiler dreidimensionaler Effekt erzeugt. Das Konzept überzeugt durch Einfachheit: Die Komposition aus wenigen unterschiedlichen Varianten eröffnet mannigfaltige zeitgemäße Möglichkeiten im Bereich Interior Design, zum Beispiel im Ladenbau. Graue und schwarze Fliesen bilden den idealen Rahmen für markantes Orange. Das Ergebnis sind keramische Wand- und Bodenbeläge, die plastisch-lebendig wirken und durch die Haptik der Fliesen einen spürbaren Mehrwert bieten im Vergleich zu einer rein grafischen Umsetzung.

Transmittance von Avishkar Bharati

Hier definieren Keramikfliesen einen neuen Raum: Die wellenförmige Wand aus aufgefädelten keramischen Rohren (die üblicherweise an Fassaden eingesetzt werden) bildet eine Art Pavillon, durchzogen von Farbe und Licht. Die keramischen Rohre sind beweglich und animieren Besucher zur Interaktion, die so eine eigene Farb- und Musterwelt schaffen können. Das einfallende Licht wird von den glasierten Oberflächen reizvoll retourniert. Auch die Flexibilität überzeugt: Wie ein Nomadenzelt könnte der Pavillon auf Plätzen, in Parks oder Innenräumen aufgestellt werden.

Auch beim vierten Tile Award wurde die Grundintention erreicht: „Die Resultate überzeugen durch ideenreiche und ungewöhnliche Umsetzung der Aufgabenstellung − ein Effekt, der ausdrücklich erwünscht ist und das nahezu unerschöpfliche Repertoire von Keramikfliesen zeigt, auch und gerade wenn es um Farbe, Muster, Proportion und Form als elementare Stilmittel der Architektur geht“, heißt es seitens Agrob Buchtals. Für die Teilnehmer/innen bot der Wettbewerb auch diesmal die Möglichkeit, die eigenen Potenziale und jene des Baustoffs auszuloten, sich mit Kreativen aus unterschiedlichen Kulturkreisen auszutauschen und neue Anregungen zu gewinnen.

  www.agrob-buchtal.de

26.07.2018

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