zurück

Fliesenleger äußern sich zur Corona-Krise (Teil 1)

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sind von der Corona-Pandemie genauso betroffen wie Handwerker aus anderen Gewerken. In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse fast schon überschlagen. Bei F+P Fliesen und Platten erzählen zunächst Unternehmer aus NRW, ob sie schon in eine Schieflage geraten sind, über etwaige Lieferschwierigkeiten oder was sie tun, um das Bestehen ihres Betriebs zu sichern. (Foto: Jäde)

Fliesenleger, Corona
Fliesenlegermeister Martin Jäde (Foto: Jäde)

„Seitens der Auftragslage spüren wir glücklicherweise keine Veränderung, wenn überhaupt ist das Telefon etwas ruhiger, aber aktuelle Projekte und zukünftige Projekte laufen normal weiter und werden geplant“, beschreibt Fliesenlegermeister Martin Jäde, Geschäftsführer des gleichnamigen Betriebs aus Bergisch Gladbach-Refrath. „Wir haben unsere Kunden allesamt kontaktiert, um zu wissen, ob der Auftrag noch bestehen bleibt und um auch zu besprechen, welche Maßnahmen wir ergreifen und welche Verhaltensregeln wir uns auch vom Kunden wünschen.

Unsere Auszubildenden, derzeit sind es drei, haben wir vorerst Zuhause gelassen, werden sie aber in Kürze wieder dazu holen. Wir halten uns an die Maßnahmen-Empfehlungen der BG Bau und der Kreishandwerkerschaft, was die Hygiene-Regeln, das Team-Building ­– also Zweierteams, die stetig zusammen arbeiten, – und die Abstands-Regeln betrifft.

Solange wir unsere Aufträge ausführen können, die Kunden also nicht absagen, die Großhändler nicht schließen und die Waren geliefert werden, werden wir das tun. Natürlich nur, solange keiner von uns an Covid-19 erkrankt. Ich bearbeite weiterhin Anfragen, die zum Glück vorhanden sind, und plane als wäre alles normal – solange ich das eben noch kann und darf.

Vorsorglich haben wir alles für den Fall des Kurzarbeitergeldes geregelt und besprochen. Die Situation ist angespannt, ungewohnt und zum Teil surreal. Meine Mitarbeiter fühlen sich natürlich auch unwohl, weil Sie Angst haben, dass sie den Virus in sich tragen und ihn womöglich beim Kunden übertragen könnten, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.

Ich wünsche mir dennoch, dass es für uns vorerst so weiter läuft wie bisher, sodass wir weiter arbeiten können, auch wenn es sich zwischendurch komisch anfühlt. Gerade die Angst vor den nächsten Wochen und Monaten ist momentan sehr groß, weil niemand weiß, welche wirtschaftlichen Auswirkungen uns bevorstehen. Wenn die Situation dazu führt, dass Unternehmen bankrottgehen und Arbeitnehmer ihren Job verlieren oder durch Kurzarbeit weniger verdienen, dann wird sich wahrscheinlich das ganze Konsumverhalten, was ja in den letzten Jahren extrem gut war, erst einmal deutlich reduzieren. Somit muss man sich die Frage stellen, wie sich die Auftragslage in einigen Monaten entwickeln wird und darauf kann man sich leider nicht vorbereiten.

Wir hoffen, dass dieser Spuk bald ein Ende hat, natürlich auch hinsichtlich der vielen Infizierten und gefährdeten Personen. Aber ich denke, dass man auch aus dieser Krise ein paar positive Dinge mitnehmen kann.“

Fliesenleger, Corona
Fliesenlegermeister Robert Zirwes (Foto: Zirwes)

Robert Zirwes, Geschäftsführer Helmut Schmitz Fliesen GmbH in Köln, sagt: „Unsere Baustellen laufen aktuell noch alle halbwegs normal. Die Mitarbeiter haben wir zusätzlich mit Desinfektionsmaterial und so weiter ausgestattet. Wir haben unsere Baustellen derzeit mit festen Teams besetzt, die untereinander keinen persönlichen Kontakt haben. Unsere Ausstellung haben wir seit dem 23.03.2020 geschlossen, sind jedoch nach telefonischer Absprache für unsere Kunden da.

Aktuell haben wir noch keine Lieferschwierigkeiten. Wir haben in unserem Lager aber auch immer Vorräte für drei bis vier Wochen, um unsere geplanten Bauvorhaben bestücken zu können. Wir kriegen aber auch zurzeit noch jeden Tag weitere Lieferungen.

Von unseren Kunden erhalten wir nur positiven Zuspruch. Sie haben auch Verständnis, dass das eine oder andere Bauvorhaben etwas länger dauert, da wir die Baustellen derzeit nur mit zwei bis drei Mitarbeitern besetzen, um bei einer Corona Erkrankung weiter handlungsfähig zu bleiben.“

Fliesenleger, Corona
Fliesenlegermeister Thomas Meßner und Frank Roß (Foto: Keranovo)

„Wir haben schon vor drei Wochen unseren Lagerbestand hochgefahren. Sowohl unser Bauchemie - Partner Weber als auch Schlüter konnten uns so ausreichend bestücken. Bestehende Aufträge sind fast vollständig kommissioniert und abrufbereit“, sagen Thomas Meßner und Frank Roß, Inhaber vom Meisterbetrieb Keranovo in Düren. „Lieferschwierigkeiten konnten wir bisher nicht feststellen. Die Abholung in Großhandel ist leider langwierig, aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen, aber wir sind glücklicherweise davon aus gerade genannten Gründen kaum betroffen.

Im Privatkundenbereich können wir positiver Weise keine Einschränkungen feststellen. Aktuell wird eher nachgefragt, ob die Termine gehalten werden können. Unsere Gewerbekunden sind bemüht, immer nur ein Gewerk pro Objekt zuzulassen, um die Mitarbeiter zu schützen. Lediglich im Lebensmittelbereich wurde eine Maßnahme etwas nach hinten geschoben.“

Möchten Sie uns ebenfalls mitteilen, wie die Lage bei Ihnen derzeit aussieht und welche Maßnahmen Sie ergreifen oder in Ihrem Betrieb ergriffen haben? Dann teilen Sie und das mit Coronainfo

Fliesenleger äußern sich zur Corona-Krise (Teil 2)

26.03.2020