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Fliesen Pung: Seiteneinsteiger willkommen

Viele Wege führen zum Ziel. Auch Umwege. Getreu diesem Motto stellt das Groß- und Einzelhandelsunternehmen Fliesen Pung in Bonn am liebsten branchenfremde Mitarbeiter ein. Der Qualität tut das keinen Abbruch – im Gegenteil. (Fotos: Petra Menke)

Einzelhandel, Fliesen, Ausstellung, Familienunternehmen
Blick in die Natursteinausstellung (Fotos: Petra Menke)

In der Disposition des Familienbetriebs beispielsweise arbeitet eine Kraft, die ursprünglich aus der Unterwäschebranche stammt. Auch die Ausstellungsleiterin hat sich vor ihrem Einstieg bei Fliesen Pung im Jahr 2012 fachfremde Sporen als Pferdewirtin verdient und neben ihrem Job in einem Fliesenverlegebetrieb sechseinhalb Jahre eine Kinderreitschule geleitet. „Wir stellen ausschließlich nach Sympathie und Arbeitswillen ein und haben beste Erfahrungen damit gemacht“, betont Geschäftsführer Peter Pung junior, der die dritte Generation des rheinischen Familienbetriebs repräsentiert. „Die erforderlichen Fachkenntnisse erwerben unsere Mitarbeiter über intensive Weiterbildungen und Produktschulungen.“

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Peter Pung junior (links) und Peter Pung senior

Hinzu komme, dass kaufmännische Außendienstler aus dem Bereich Fliese oft nicht nur teuer, sondern auch „speziell“ seien: „Die wollen um jeden Preis Umsatz machen, während wir es vorziehen, den Markt über Service und persönliche Bindung zu bearbeiten“, so der Groß- und Außenhandelskaufmann. „Uns ist wichtig, dass der Kunde selbst entscheidet und nicht das Gefühl bekommt, wir wollten ihm irgendwas verkaufen.“ Aus demselben Grund würden sie schon bei der Beratung auf Besonderheiten hinweisen, etwa auf die Gefahr bleibender Rotweinflecken auf Marmor oder dass der Stein matt werden kann. „Dann gibt es später keine Enttäuschung.“

Werbung über Facebook

Offensiv bewegt sich der Händler auch in den Sozialen Netzwerken. Die Facebook-Präsenz des Unternehmens ist mittlerweile ein wichtiges Werbemedium. „Wir fotografieren nicht nur alle Neuheiten und stellen sie dort ein, wir demonstrieren zum Beispiel auch den Effekt von Reinigungsmitteln durch Vorher-Nachher-Bilder“, erzählt Peter Pung. Verlegebeispiele aus der Ausstellung finden Kunden ebenfalls auf Facebook. Zusätzlich dazu schaltet das Unternehmen klassische Zeitungsannoncen und Bandenwerbung auf Fußballplätzen.

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Harmonisches Ensemble aus Keramik und Naturstein

Beratungstest

Zum Abschluss suchen wir neue Fliesen für unser Bad. Als Beraterin steht uns Nadine Lohmann zur Seite. Die sympathische Ausstellungsleiterin erkundigt sich zunächst, wie unser Bad aktuell aussieht und ob wir bereits konkrete Wünsche haben. Haben wir, und zwar in Gestalt eines Feinsteinzeugs von Emil aus der Serie „Mille Legni“ in 20 x 120, das wir in einem warmen Scottish Oak in einer der rund 25 Kojen entdeckt haben. Als wir unser mitgebrachtes Holzmuster daneben legen, folgt die Ernüchterung: Die unterschiedlichen Holztöne passen nicht wirklich zusammen. Da wir den Gedanken an eine Holzoptik nur schwer loslassen können, rät uns die 30-Jährige zum gezielten Kontrast – beispielsweise mit einem Feinsteinzeug aus der Serie „Trento“ von Ariana in 20 x 120 Zentimetern, das ebenfalls eine sehr schöne Oberflächenstruktur aufweist. Auch hierbei handelt es sich um eine Holzoptik, allerdings in Hellgrau, was perfekt mit unserem Flurboden harmoniert. Alternativ zeigt sie uns noch ein Feinsteingzeug von Marazzi aus der Serie „Treverk Home“ in 30 x 120 Zentimetern. Aber erstens ist uns der hellgraue Farbton Frassino zu kalt und zweitens wirkt das Format für unser kleines Bad etwas zu grob.

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Der aktuelle Bestseller

Nachdem die Fliesenfrage für Boden und Dusche geklärt ist, bleibt noch die Wahl der Wandfliese. Zunächst führt uns Nadine Lohmann zu einem Steingut der Deutschen Steinzeug. Doch können wir uns für das beige-glänzende Muster im Format 20 x 80 nicht erwärmen. Im Unterschied dazu gefällt uns die 2015 erschienene Serie „Imago“ des gleichen Herstellers um Längen besser. Wir entscheiden uns für ein Muster in der Farbe Weißgrau in 30 x 90 Zentimetern, das Fliesen Pung aktuell sogar im Angebot hat. Mit einem schriftlichen Angebot und Adressen mehrerer Fliesenleger in der Tasche treten wir zufrieden die Heimreise an.

www.pung.de

Im Check: www.pung.de

**** Benutzerfreundlichkeit: Übersichtlichkeit, Menuführung, Schnelligkeit etc

*** Unternehmensinfos: Firmengeschichte/-philosophie, Corporate Identity, Niederlassungen, Sortimente, Service-Leistungen, Öffnungszeiten, Kontakt, Anfahrtsskizze, Impressum

*** Sortiment: Produkt-Infos, aktuelle Angebote, Materialkunde, Verlegemuster, Anwendungsbeispiele etc.

**** Ausstellung: Ausstellungsfotos, virtueller Rundgang durch die Ausstellung etc.

*** Kunden-Service:, Profi-Kunden-Login, Online-Bestellung, Nutzwert für Endverbraucher, Downloads, Newsletter, Katalogversand, Links zu Geschäftspartnern, Architekten-Service

CARO-Gesamturteil: 17 * von 25 *

***** = sehr gut **** = gut *** = befriedigend
** = ausreichend * = mangelhaft  ● = entfällt

FLIESEN & PLATTEN-Autorin Petra Menke

Petra Menke

Petra Menke lebt als freie Journalistin und Texterin in Frankfurt am Main. Die Diplom-Biologin ist spezialisiert auf Umwelt-, Gesundheits- und Technikkommunikation und schreibt für Fachmedien sowie für Unternehmen unterschiedlichster Branchen.

www.petra-menke.de

30.06.2015