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FFN: Schließungen für Baumaßnahmen nutzen

Der Fachverband Fliesen und Naturstein (FFN) im Zentralverband Deutsches Baugewerbe schlägt in seiner aktuellen Lageeinschätzung vor, die Schließung von Schulen und Schwimmbädern für Sanierungsarbeiten zu nutzen. Damit könnten Fliesenlegerbetriebe den befürchteten Auftragsrückgang im privaten Bereich auffangen. (Logo: FFN)

Logo: FFN
Logo: FFN

Nach Einschätzung des FFN seien Unternehmen im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk derzeit noch weitgehend ausgelastet. Nur wenige Baustellen seien seitens der Auftraggeber geschlossen worden. Im privaten Baubereich würden verstärkt einzelne Mitarbeiter allein mit den Arbeiten betraut, um Abstandsregeln gut einhalten zu können, auch bei der Anfahrt im Auto. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die seit drei Wochen laufende Umfrage von F+P Fliesen und Platten zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Fliesenbranche. Einen Auftragsrückgang bemerken darin nur 23 bis 29 Prozent der Teilnehmer.

Betriebe halten sich an Vorgaben

Zum betrieblichen Alltag in der aktuellen Situation sagt der FFN: „Die Betriebe zeigen die notwendige Sensibilität bei Hygiene- und Abstandsregeln. Im guten Miteinander werden ältere Mitarbeiter beziehungsweise Mitarbeiter, die aufgrund von Vorerkrankungen ein höheres Risiko für eine Infektion haben, mit anderen Aufgaben betraut oder auch freigestellt, unbezahlt oder bezahlt.“

Ungewisse Zukunft

„Sorgen bereitet den Unternehmen, wie es wirtschaftlich in Deutschland weitergeht. Daher wird mittelfristig mit einer deutlichen Reduzierung der Aufträge seitens privater Bauherren gerechnet. Das Geld für ein neues Bad wird weniger ‚locker‘ sitzen“, so der FFN zum Blick auf die Zukunft in der Branche. Auch bei der Umfrage von F+P Fliesen und Platten zeigte sich im Verlauf der drei Wochen, in denen die Befragung durchgeführt wurde: Immer mehr Betriebe denken, dass sie mit den Auswirkungen der Corona-Krise noch bis weit über das Jahresende hinaus zu kämpfen haben werden. Während in der ersten Runde der Umfrage rund 23 Prozent dieser Ansicht waren, stimmten in Runde zwei bereits 28 Prozent für diese Option. In Runde drei der vergangenen Woche sagten 38 Prozent, dass die Folgen der aktuellen Situation sie über 2020 hinaus beschäftigen werden.

Bauanträge schneller genehmigen

„Weitere Sorgen bereitet uns die schleppende Bewilligung von Bauanträgen, da Ämter reduziert arbeiten und auch Gremien nicht tagen können. Es wäre für die Baubranche fatal, wenn jetzt arbeitsfähige Unternehmen nicht arbeiten könnten, weil es an Genehmigungen fehlt“, heißt es im Statement vom FFN. Man solle von einer Genehmigungs- zu einer Anzeigepflicht kommen, um „den Bau als wichtige Konjunkturstütze in Deutschland am Laufen zu halten.“

Die Schließung von Schulen oder Schwimmbädern solle die öffentliche Verwaltung nutzen, um kurzfristig Sanierungsarbeiten durchführen zu lassen. Dort bestehe seit Langem dringender Bedarf, die Arbeiten störten derzeit nicht und die Fliesenlegerunternehmen könnten normal wirtschaften und wären auch mittelfristig nicht auf Kredite und Soforthilfen angewiesen.

www.fachverband-fliesen.de

27.04.2020