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EU Kommission: Antidumpingzölle auf Chinafliesen gelten bis 2022

Die Verlängerung der Maßnahmen wurde am 23. November 2017 bekanntgegeben. „Eine grundlegende Entscheidung für die italienische und europäische Fliesenindustrie“, so Präsident Vittorio Borelli von der Confindustria Ceramica.

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Die Maßnahme sei, so Vittorio Borelli, für die europäische Keramikindustrie „von grundlegender Bedeutung“. (Foto: © European Union 2015 - Source EP)

Der italienische Verband Confindustria Ceramica gab dies in einer Pressemitteilung bekannt. Eine entsprechende Durchführungsverordnung der EU-Kommission vom 22. November 2017 wurde am 23. November 2017 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Damit entspricht sie dem Antrag des europäischen Verbands der Hersteller Keramischer Fliesen „CET“, dem unter anderen die Confindustria Ceramica, der Bundesverband Keramische Fliesen (BKF) wie auch Fliesenherstellerverbände aus Spanien, Frankreich, Portugal, Großbritannien und anderen europäischen Mitgliedsstaaten angehören.

Die Verordnung bestätigt und belässt die Einfuhrzölle auf dem gegenwärtigen Niveau: Dieses bewegt sich zwischen 30,6 und 69,7 Prozent, je nachdem wie sich die chinesischen Unternehmen während der Anhörungen zur Prüfung des Antidumping-Verfahrens – kooperativ oder nicht kooperativ – verhalten haben. Die Maßnahmen bleiben fünf Jahre bis zum November 2022 in Kraft. Die einjährige Überprüfung der Maßnahmen hätte ergeben, dass ohne eine Fortführung der Maßnahmen das Risiko einer Verschlimmerung des Dumpings durch den Import von Fliesen aus China bestanden hätte, so die Confindustria Ceramica.

„Die Ergebnisse der Untersuchung der Kommission haben die Tatbestände und Argumente der europäischen Fliesenindustrie bestätigt, insbesondere das weiterhin praktizierte Dumping seitens der chinesischen Exporteure“, so der Verband. Hierbei seien auch die „beeindruckenden Überkapazitäten“ zu berücksichtigen, die viermal so hoch seien wie in Europa Fliesen produziert werden. Auch hätten andere Länder Maßnahmen gegen China-Fliesen beschlossen, um ihre Märkte zu schützen.

„Diese Maßnahme ist für die italienische und die europäische Keramikindustrie von grundlegender Bedeutung“, sagte Vittorio Borelli. Sie erlaube die Schaffung gleicher Spielregeln für alle Unternehmen, die hier tätig sind. CET-Präsident Jose Lanuza sagte: „Diese Entscheidung ist für die europäische Fliesenindustrie mit ihren circa 60.000 direkten Arbeitsplätzen überlebenswichtig, um unter gleichen Wettbewerbsbedingungen auch künftig Investitionen und Innovationen zu ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“ Auch für die deutschen Fliesenproduzenten trägt die Aufrechterhaltung der Antidumping-Maßnahmen dazu bei, fairere Wettbewerbsbedingungen und vergleichbarere Handlungsrahmen herzustellen sowie Investitionen zu erleichtern, betonten die amtierenden Vorsitzenden des Bundesverbands Keramische Fliesen, Michael Wester und Peter Wilson.

www.confindustriaceramica.it

24.11.2017

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