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Die Johann Stiegler KG ist insolvent

Eines der ältesten Unternehmen der im fränkischen Altmühltal bedeutenden Steinbranche ist zahlungsunfähig: die Johann Stiegler KG aus Solnhofen. Bei dem 1761 gegründeten Familienunternehmen hat ein Insolvenzverwalter die Geschäfte übernommen. (Foto: Johann Stiegler KG)

Steinbruch Johann Stiegler
In solch einem Steinbruch baut die Johann Stiegler KG Solnhofener Platten ab. (Foto: Johann Stiegler KG)

Das Problem der Johann Stiegler KG heißt Imitate. Denn den besonderen Naturstein, die sogenannte Solnhofener Platte, die bis vor 20 Jahren der Verkaufsschlager der Steinbranche im Altmühltal war, können mittlerweile selbst Fachleute kaum noch von den preiswerteren Feinsteinzeug-Imitaten unterscheiden. Dies hat dazu geführt, dass sich immer mehr potenzielle Kunden für das Imitat und gegen das Original entscheiden – mit dramatischen Konsequenzen für viele Betriebe in der Steinbranche. Der Umsatz des Solnhofener-Kalksteins sei mittlerweile auf etwa ein Fünftel im Vergleich zum Spitzenjahr 2001 gesunken, sagte der Prokurist des Unternehmens, Ludwig Stiegler, dem Weißenburger Tagblatt. Trotz boomender Baukonjunktur und erheblicher Bemühungen seitens der Geschäftsleitung sei es nicht gelungen, die Auftragslage zu verbessern, heißt es in der Pressemitteilung, mit der das Unternehmen über die Insolvenz informiert. Der Trend zu günstigeren Imitat-Produkten sei nicht aufzuhalten gewesen.

Die Johann Stiegler KG hat 80 Mitarbeiter. Die hoffen, dass der Betrieb weitergeht. Der Insolvenzverwalter Dr. Helmut Eisner bezeichnete die Lage gegenüber dem Weißenburger Tagblatt als „schwierig, aber nicht aussichtslos“. „Wir sind eine Kanzlei, die immer versucht, einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb sicherzustellen“, so Eisner weiter. Eine Übernahme durch Konkurrenten aus der Region sei ein Szenario, das nicht auszuschließen sei.

www.stiegler.com

15.11.2018

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