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Corona-Umfrage: Fliesenbranche scheint stabil

„Wir merken nichts“ – bereits in der letzten Woche gab ein Drittel der Teilnehmer der Corona-Umfrage von F+P Fliesen und Platten an, keine negativen Auswirkungen der Corona-Krise auf ihren Betrieb zu spüren. Bis zur dritten Runde der Umfrage in der vorigen Woche sind die Werte zu Umsatzrückgang, Auftragsverlust und Lieferengpässen in der Detailabfrage weiter gesunken. (Abb.: F+ P Fliesen und Platten)

Auswirkungen der Corona-Krise auf die Fliesenbranche  (Abb.: F+P Fliesen und Platten)
Alle Auswirkungen der Corona-Krise auf die Fliesenbranche sind im Vergleich zur Vorwoche zurückgegangen. (Abb.: F+P Fliesen und Platten)

Die Liste der Folgen, die die Maßnahmen der Corona-Krise auf die Fliesenfachbetriebe, Händler und produzierenden Unternehmen hat, wird nach wie vor angeführt von „Bestehende Aufträge werden verschoben“. Im Vergleich zu 64,8 Prozent in Runde eins der Umfrage (Kalenderwoche 15) gaben dies vergangene Woche in Runde drei nur noch 52,2 Prozent an. Lieferengpässe bei Fliesen oder Bauchemie erleben nur noch 36,2 Prozent (KW 15: 54,2 Prozent; KW 16: 37,2 Prozent). Nach einem leichten Anstieg des Umsatzrückgangs von KW 15 auf KW 16 gaben vergangene Woche nur noch 34,8 Prozent an, von einem Rückgang der Umsätze betroffen zu sein (KW 15: 40,7 Prozent). Passend dazu sagten in Runde 3 37,7 Prozent der Teilnehmer, dass sie keine negativen Auswirkungen auf ihren Betrieb bemerken. Das sind 4,7 Prozent mehr als in der Vorwoche. Etwas anders sieht es bei der Frage nach dem direkten Vergleich zur Vorwoche aus. Dort gibt ein Großteil der Befragten an, die Auswirkungen auf Umsatz sowie Personal- und Materialverfügbarkeit seien gleich geblieben. Die Auswirkungen auf die Auftragslage haben jedoch zugenommen (46,4 Prozent; „gleich geblieben“: 35,7 Prozent). Damit zeigt sich das gleiche Bild wie in Runde zwei der Umfrage, wo im Vergleich zur Vorwoche die Auswirkungen auf die Aufträge ebenfalls zugenommen haben.

Dennoch: keine Euphorie

Ausblick: Corona-Umfrage von F+P Fliesen und Platten
Dennoch blicken deutlich mehr Betriebe als in den beiden vorigen Umfragerunden verhalten in die Zukunft.

Trotz der offenbar vergleichsweise guten Lage in der Fliesenbranche denken immer mehr Teilnehmer, dass ihr Betrieb oder Unternehmen bis weit über das Jahresende hinaus mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben wird. Während dies in der ersten Woche der Umfrage 23,2 Prozent der Teilnehmer angaben, waren es in der aktuellen Umfragerunde 37,7 Prozent. Dass man sich schnell erholen werde, sobald die Beschränkungen aufgehoben sind, denken aktuell 15,9 Prozent (Runde 1: 21,5 Prozent). Ein möglicher Grund dafür ist, dass die Einschränkungen inzwischen deutlich länger andauern, als viele zu Beginn vermutet haben. 

Ähnlich beobachtet auch der Fachverband Fliesen und Naturstein (FFN) im Zentralverband Deutsches Baugewerbe die Situation. In seinem aktuellen Statement gegenüber F+P Fliesen und Platten sagt der Verband: „Sorgen bereitet den Unternehmen, wie es wirtschaftlich in Deutschland weitergeht. Daher wird mittelfristig mit einer deutlichen Reduzierung der Aufträge seitens privater Bauherren gerechnet. Das Geld für ein neues Bad wird weniger ‚locker‘ sitzen“, und schlägt Maßnahmen vor, mit denen dieser Auftragsrückgang für das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk aufgefangen werden könne.

27.04.2020