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Corona-Krise trifft Handwerk in NRW hart

Das nordrhein-westfälische Handwerk leidet enorm unter den Auswirkungen der Corona-Krise: Jeder zweite Betrieb ist davon betroffen. Im Baugewerbe sieht die Lage noch am besten aus – dort spüren erst 28 Prozent der Unternehmen Folgen für ihren Betrieb. (Foto: Andreas Breitling/Pixabay)

Symbolfoto Umfrage (Foto: Andreas Breitling/Pixabay)
Handwerk.NRW und der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) haben rund 5.550 Handwerksbetriebe in Nordrhein-Westfalen zur aktuellen Lage befragt. (Foto: Andreas Breitling/Pixabay)

Die Ergebnisse stammen aus einer Blitzumfrage der Dachorganisation Handwerk.NRW mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT), an der 5.548 Unternehmen in den vergangenen Tagen teilgenommen haben. Demnach treffen die Ausbreitung des Corona-Virus und die daraus resultierenden Maßnahmen wie Kontaktsperre, Quarantäne oder Hygienevorschriften vor allem das Lebensmittelhandwerk, die Gesundheitsbranchen des Wirtschaftsbereichs und Unternehmen, die personenbezogene Dienstleistungen anbieten, wie Kosmetikstudios und Friseursalons. Dort berichten jeweils bereits rund zwei Drittel der Betriebe von negativen Auswirkungen.

Baugewerbe erwartet Kurzarbeit

27 Prozent der befragten Handwerksfirmen sagten, sie seien aktuell bereits stark oder gar sehr stark von nachlassender Nachfrage und Umsatzrückgang erfasst. Ein drohender Liquiditätsengpass ist das von den Unternehmen aller Branchengruppen des Handwerks am häufigsten genannte Problem. Zahlungsschwierigkeiten in naher Zukunft sagen 54 Prozent der befragten Firmen voraus. 44 Prozent erwarten Kurzarbeit – insbesondere das Baugewerbe, die Zulieferunternehmen und größere Lebensmittelbetriebe. 41 Prozent erwarten einen erhöhten Kreditbedarf.

Hilfsmaßnahmen werden kommen

Der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT), Hans Hund, ruft die Handwerksunternehmen im ganzen Land dazu auf, Vertrauen in die angelaufenen staatlichen Hilfsmaßnahmen zu haben: „Die Hilfe wird ankommen. Bund und Land tun alles, um den Betrieben unbürokratisch zu helfen.“ Der Hauptgeschäftsführer des WHKT, Matthias Heidmeier, ergänzt: „Die Handwerkskammern in NRW helfen mit, das wirtschaftliche Leben – überall dort, wo es verantwortbar möglich ist – aufrechtzuerhalten. Unser gesamtes Netzwerk ist jetzt auf die Beratung der Betriebe ausgerichtet.“ In allen sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen laufe derzeit die Betriebsberatung per Telefon oder online. Das Aufkommen wachse täglich. Der WHKT unterstütze das Krisenmanagement in den Handwerksorganisationen umfassend vor allem durch Informations- und Maßnahmenkoordinierung.

www.whkt.de

www.handwerk.nrw

25.03.2020