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Corona in Italien: Abläufe neu denken

Italiens Fliesenindustrie produziert seit mehreren Wochen unter den Bedingungen der Virus-Epidemie. Nun setzen manche Unternehmen die Produktion zeitweilig aus. (Foto: Confindustria Ceramica)

Symbolfoto Logistik  (Foto: Confindustria Ceramica)
Ein Nadelöhr in Virus-Zeiten: die Logistik. (Foto: Confindustria Ceramica)

Einige italienische Fliesenhersteller hatten bereits in der letzten Februarwoche damit begonnen, den Zugang zum Werksgelände für Einzelbesucher auszusetzen und die Reisetätigkeit des Vertriebspersonals einzuschränken. Seitdem wurden Tätigkeitsbereiche und Abläufe in vielen Unternehmen durchleuchtet und es wurde neu bewertet, welche Termine und Ortswechsel wirklich notwendig sind und wie man Arbeitsprozesse neu strukturieren kann, um die Gesundheit der Mitarbeiter, der Kunden und Lieferanten zu schützen. Hierzu gehörte auch die Arbeit aus dem Homeoffice, die, so die Confindustria Ceramica in ihrer Pressemitteilung vom 16. März, von 30 bis 50 Prozent der Büro- und Vertriebskräfte genutzt wird, und in einigen Fällen, das ergab eine Befragung von Unternehmen, sogar einen Wert von 60 Prozent und höher erreicht.

Frühzeitig war von den Unternehmen zu erfahren, dass die Abläufe beim Beladen der LKW so angepasst wurden, dass sie den verschärften Hygienevorschriften und Abstandsregeln zwischen den Personen entsprachen. „Der Gütertransport ist eine entscheidende Schnittstelle, die weiterhin funktionieren muss“, so die Confindustria Ceramica in ihrer Mitteilung. In diesem Zusammenhang würdigt der Verband die deutsche Entscheidung, den Personenverkehr über die Grenze einzustellen, den Güterverkehr hiervon aber auszunehmen.

Der Verband bestätigt in seiner Mitteilung, dass die beiden Branchenmessen „Coverings“ in den USA und die russische Mosbuilt nicht stattfinden werden.

Drei Unternehmen setzen Produktion aus

Am gestrigen Dienstag wurde auch bekannt, dass einige Unternehmen die Produktion jetzt doch zeitweilig aussetzen. Der Grund hierfür liege in der weiteren Sicherstellung der Gesundheit der Mitarbeiter. Nach lokalen Zeitungsberichten sind dies die Marazzi Group sowie die Florim, die einen zweiwöchigen Stopp bestätigte. Die Liefersicherheit und die Erreichbarkeit des Vertriebs der Unternehmen bleiben gewährleistet.

Auch die Panaria Group machte am Dienstag öffentlich, dass die Anlagen der Unternehmensgruppe mit den Marken Cotto D´Este, Lea und Panaria ab Freitag, dem 20. März, bis zum 13. April die Produktion unterbrechen. Die Entscheidung sei erfolgt, nachdem alle nötigen Maßnahmen für eine Fortführung der Produktion unter den Bedingungen der Virusepidemie getroffen und umgesetzt worden sind. Die Entwicklung der letzten Tage und die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus auch im Ausland mache den zeitweiligen Produktionsstopp jedoch notwendig. Die Unternehmen nutzen den Stopp auch für eine grundlegende Reinigung und für Hygienechecks beziehungsweise -maßnahmen an den Anlagen.

Der Vertrieb und die Auslieferung seien hiervon nicht betroffen.

Der Präsident der Gruppe, Emilio Mussini, sagte hierzu, dass „dieser Maßnahme auch eine realistische Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation zugrundeliegt, die sich zunehmend verlangsamt.“ Mussini sagte einen baldigen Neunanfang voraus, bei dem man „noch stärker den kommenden Herausforderungen entgegentreten werde“.

Um das regionale Gesundheitssystem zu unterstützen, spendet die Confindustria Ceramica 200.000 Euro für die Anschaffung von Betten für Intensivstationen in den Krankenhäusern von Sassuolo und der Provinz Reggio Emilia. In dieser Provinz wurden für Dienstag 299 ( + 58) bestätigte Infektionsfälle gemeldet. In der „Nachbar“-Provinz Modena, in der auch Sassuolo liegt, gab es 460 Fälle und damit 20 Erkrankte mehr als am Montag.

18.03.2020

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