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Corona: Baugewerbe korrigiert Umsatzprognose

Wenn es gut geht, bleibt der Umsatz wie im Vorjahr – wahrscheinlicher ist aber ein Rückgang der Umsätze im Baugewerbe. Nach einer aktuellen Einschätzung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe trifft die Corona-Krise die Bauwirtschaft doch stärker als gehofft. (Abb.: ZDB)

ZDB Umsatzprognose Mai 2020 (Abb.: ZDB)
Auf www.zdb.de gibt es die Umsatzprognose für Mai zum Download. (Abb.: ZDB)

„Wir können uns glücklich schätzen, wenn die Bauwirtschaft am Ende des Jahres denselben Umsatz wie 2019 erwirtschaftet hat, was real immer noch einen Rückgang von circa drei Prozent bedeuten würde. Wenn es schlechter läuft, können es auch nominal -2 Prozent beziehungsweise real -5 Prozent werden“, meint Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

Corona und die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen haben laut ZDB einen Angebotsschock mit einem unmittelbar nachfolgendem Nachfrageschock ausgelöst. Die Corona-Krise zwinge auch die Bauwirtschaft zu einer Neubewertung der Erwartungen. „Aus verschiedenen Umfragen ist erkennbar, dass bereits sehr früh Aufträge in deutlichem Umfang storniert wurden. Im zweiten Halbjahr 2020 wird mit einer weiter nachlassenden Ordertätigkeit gerechnet“, so Pakleppa.

Für das Bruttoinlandsprodukt erwarten die Forschungsinstitute 2020 einen Rückgang um 4,2 Prozent. Dabei sind gerade die Bereiche betroffen, die den Wirtschaftsbau im vergangenen Jahr getragen haben: Einzelhandel, Tourismus und Dienstleistungen. Dieser Rückgang sorgt laut ZDB in dieser Bausparte nominal für ein Minus von 3,5 Prozent beziehungsweise real von circa 7 Prozent.

Öffentliche Auftraggeber können nicht investieren

Für die öffentliche Hand bedeuten die Maßnahmen zur Corona-Pandemie einen Steuerausfall von rund 100 Milliarden Euro. Davon betroffen sind alle staatlichen Ebenen, besonders hart trifft das die Kommunen, die neben Steuerausfällen auch höhere Sozialabgaben zu verkraften haben. Die Kommunen sind jedoch mit einem Anteil von 60 Prozent der wichtigste Auftraggeber öffentlicher Bauinvestitionen. „Wir unterstützen die Forderung des Städtetags nach einem kommunalen Rettungsschirm, um die Handlungsfähigkeit der Kommune aufrechtzuerhalten. Denn der Sanierungsstau in der öffentlichen Infrastruktur ist weiterhin immens“, so Pakleppa. „Leider tritt die Wirksamkeit eines solchen Rettungsschirms erst zeitverzögert ein, sodass wir beim öffentlichen Bau von einem nominalen Nullwachstum ausgehen.“

Im Wohnungsbau noch Umsatzplus

Nur für den Wohnungsbau rechnet das Baugewerbe mit einem Umsatzplus (nominal) von nur drei Prozent. Es besteht immer noch Bedarf an Wohnungen, die Nachfrage ist in dieser Bausparte noch nachhaltiger. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie schätzt der ZDB dabei als vorübergehend ein. Allerdings könne die Investitionsbereitschaft privater Eigenheimbauer gebremst werden: „Wer von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen ist, wird nicht in eine eigene Immobilie investieren. Das haben die unmittelbar nach dem Lockdown erfolgten Auftragsstornierungen deutlich gezeigt“, erläutert Pakleppa.

Angesichts dieser schrumpfenden Nachfrage nach Bauleistungen rechnet der Verband mit einem erhöhten Preiswettbewerb und damit auch einem nachlassenden Preisauftrieb von nur noch drei Prozent – 2019 waren es 4,5 Prozent.

www.zdb.de

20.05.2020