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Baukonjunkturbericht: Sieht besser aus, als es ist

Um neun Prozent haben die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Juni laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vorjahresmonat zugelegt. Aber nur für wenige – denn das Ergebnis ist durch einen Großauftrag verzerrt, erklärt der Zentralverband Deutsches Baugewerbe. (Foto: Michael Gaida, Pixabay)

Symbolfoto Autobahn (Foto: Michael Gaida, Pixabay)
Sie ist der Grund für das gute Ergebnis im Juni: eine Autobahn. (Foto: Michael Gaida, Pixabay)

Das Plus entsteht an der A3: Über deren Ausbau und Betrieb auf 30 Jahre ist im Juni das bisher größte Projekt einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) vergeben worden – mit einem Auftragsvolumen von 2,1 Milliarden Euro. „Die Vergabe derartiger Aufträge ist für die Auftragslage im Straßenbau für die Masse der hier tätigen mittelständischen Bauunternehmen nicht repräsentativ. An der Ausschreibung von ÖPP-Projekten beteiligen sich angesichts der hohen Auftragsvolumina und langen Laufzeiten nur wenige große Bauunternehmen in Konsortien. Ein derartiger Orderzugang spiegelt wegen der langen Bauzeit auch nicht die Umsatzentwicklung der nächsten Monate wieder“, erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB). Grund für zu viel Optimismus über alle Sparten hinweg bestehe also nicht: „Es ist natürlich erfreulich, wenn die Signale vom Markt nun wieder positiv erscheinen. Hierbei handelt es sich allerdings um eine deutliche Überzeichnung der Nachfrageentwicklung“, so Pakleppa.

Weniger Aufträge im Wirtschaftbau

Der Wirtschaftsbau bekommt nach wie vor deutlich weniger Aufträge, sagt der ZDB. Im Mai 2020 seien die Aufträge bereits um 22 Prozent zurückgegangen, im Juni noch einmal um acht Prozent. Würde man den Großauftrag für die A3 aus der Statistik herausnehmen, wären die Aufträge im Bauhauptgewerbe nicht um neun Prozent gestiegen, sondern etwa auf Vorjahresniveau geblieben, erklärt der Verband.

Umsatzplus weitergetragen vom Jahresbeginn

Den Umsatz haben die Bauunternehmen im Juni gegenüber Juni 2019 um etwa 12 Prozent erhöht – was aber am guten Start zu Beginn des Jahres liegt, sagt Pakleppa: „Hier schlagen sich die hohen Auftragsbestände vom Jahresbeginn immer noch nieder. Diese werden nun sukzessive abgebaut. Neue Aufträge kommen aber nicht im selben Umfang auf den Markt. Die fehlenden Aufträge von heute bedeuten einen Umsatzrückgang in Zukunft.“

www.zdb.de

29.08.2020

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