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Auszubildende blicken positiv in die Zukunft

Der Nachwuchs bildet die Zukunft der Wirtschaft, doch wie geht es den Auszubildenden in der aktuellen Corona-Krise? Wie schätzen sie ihre beruflichen Aussichten ein und was erhoffen sie sich von der Politik in der derzeitigen Situation? WorldSkills Germany hat nachgefragt und 475 Auszubildende und 43 Schüler und Schülerinnen befragt. (Abb.: WorldSkills)

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WorldSkills Germany führte die Studie durch, um jungen Menschen Gehör zu verschaffen. (Abb.: WorldSkills Germany)

In der aktuellen Corona-Krise wird seitens der Politik, Gewerkschaften, von Verbänden und anderen Institutionen häufig an Unternehmen appelliert, die Zukunft ihrer Auszubildenden und damit die Zukunft der Wirtschaft nicht kurzfristigen Einsparungen durch Stellenabbau zu opfern. Aber wie sehen die Auszubildenden die aktuelle Situation? Um das herauszufinden, hat WorldSkills Germany Im Mai und Juni eine Umfrage durchgeführt.

Die Ergebnisse der Studie sollen helfen, besser mit der Krise umzugehen
„Wir müssen schon heute an die Zukunft denken und gemeinsam zu Chancengebern werden“, sagt Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany. „Dann funktionieren wir als starke Gemeinschaft, die ein Ziel im Blick hat: in einem agilen Netzwerk gemeinsam die berufliche Bildung wichtig nehmen und junge Menschen gerade jetzt zu fördern! Dabei müssen wir die Stimmen der jungen Menschen hören und beachten. Sonst entscheiden wir über sie hinweg.“ Um den Stimmen Gehör zu verleihen, wurde eine anonyme Umfrage gestartet.

Über 80 Prozent schätzen ihre berufliche Zukunft weiterhin gut oder besser ein
Die Ergebnisse zeigen dabei Positives: 94 Prozent der Auszubildenden gaben an, dass Ihr Ausbildungsvertrag weiterhin sicher ist. Bei der momentanen Betreuung erhielten die Unternehmen 77 Prozent positives Feedback, 22 Prozent fühlten sich weniger gut betreut, führten dies aber unter anderem auf den fehlenden Kontakt aufgrund von Homeoffice oder Kurzarbeit zurück. Die Berufsschulen schnitten da schlechter ab: Zu wenig Kommunikation und Wissensvermittlung attestierten 52 Prozent, 47 Prozent sahen aber auch die Chance von Online-Unterricht und fühlten sich gut betreut.

Unterschiedliche Einschätzung der Übernahme-Chancen
Während die Azubis des ersten und zweiten Lehrjahres ihre Chancen für eine Übernahme mit 65 und 62 Prozent noch genauso groß sehen, sind dies bei den Auszubildenden im dritten Ausbildungsjahr nur 40 Prozent. 37 Prozent hingegen schätzen ihre Aussichten momentan als schlechter ein. Auch zwischen den einzelnen Berufen gibt es größere Unterschiede. So sehen beispielsweise 76 Prozent der Auszubildenden im Berufssegment „Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik“ ihre Chancen genauso groß oder besser.

Politik soll stärkeren Fokus auf die Auszubildenden legen
Mit Blick auf die Politik ergab die Umfrage, dass sich die Auszubildenden eine stärkere Einbeziehung in Entscheidungen wünschen und dass die Bedeutung der Auszubildenden mehr anerkannt werden sollte. „Ich habe das Gefühl, dass während der Pandemie die Abiturienten viel mehr im Fokus waren als beispielsweise die Berufsschüler. Dies würde ich als Tipp geben für die Zukunft – man sollte das Gefühl vermitteln, dass alle gleich wichtig sind“, so eine der Aussagen.

Resümee und Vorschläge
„Die Umfrage zeigt, dass junge Menschen nicht nur eine Meinung haben, sondern sich auch aktiv mit konstruktivem Feedback einbringen möchten“, resümiert Hubert Romer. „Unternehmen, Bildungseinrichtungen und auch die Politik sollten diese Motivation nutzen und Ideen der Auszubildenden in ihre Entscheidungen einbeziehen. Schließlich motivieren sie damit die jungen Menschen. Denn die Nachwuchskräfte sind es, die dafür sorgen, dass Deutschland auch in Zukunft stark bleibt.“ Aus den Rückmeldungen hat WorldSkills Germany abschließend Vorschläge der Auszubildenden zusammengestellt, die sie der Politik zur Verfügung stellen.

Die komplette Studie finden Sie hier.

www.worldskillsgermany.com

10.08.2020