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Ausbildungsprämie: Jetzt Antrag stellen

Hilfe für ausbildende Betriebe in der Corona-Krise: Das hatte das Bundeskabinett Ende Juni mit der Ausbildungsprämie beschlossen. Jetzt können Unternehmen die Anträge bei der Arbeitsagentur stellen. (Screenshot: www.arbeitsagentur.de)

Infos zur Ausbildungsprämie der Arbeitsagentur (Screenshot: www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern)
Alle Bedingungen und Formulare zur Antragsstellung gibt es auf den Seiten der Arbeitsagentur. (Screenshot: www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern)

Betriebe, die durch die Coronakrise in Schwierigkeiten geraten sind und trotzdem weiter ausbilden, können 2.000 beziehungsweise 3.000 Euro Zuschüsse vom Bund beantragen. Die Unterstützung bekommt, wer mindestens gleich viele Ausbildungsverträge für das Jahr 2020 abgeschlossen hat wie im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019. Dafür werden einmalig 2.000 Euro je Ausbildungsvertrag gewährt. In der „Ausbildungsprämie plus“ gibt es einmalig 3.000 Euro pro zusätzlich abgeschlossenem Ausbildungsvertrag.

Übernahmeprämien können Betriebe beantragen, die Auszubildende von insolventen Unternehmen übernehmen. Diese Ausbildungen dürfen zwischen dem 1. August 2020 und 15. Februar 2021 beginnen, der Ausbildungsvertrag kann früher geschlossen worden sein.

Um die Ausbildungsprämie bekommen zu können, müssen die Betriebe in der ersten Jahreshälfte 2020 mindestens einen Monat in Kurzarbeit gearbeitet haben oder Umsatzeinbußen im April und Mai 2020 von mindestens 60 Prozent angeben können. Der Betrieb darf bis zu 249 Mitarbeiter haben.

Hohe Hürden für die Antragstellung

Die erforderlichen Bescheinigungen können die Handwerkskammern ausstellen. Die Handwerkskammer Stuttgart begrüßt die Unterstützung, wünscht sich aber eine grundsätzliche Förderung der Ausbildung. Kammerpräsident Werner Rottler geht davon aus, dass nur wenige Betriebe in den Genuss der Ausbildungsprämie kommen werden, da die Hürden hoch seien. „Ich bin der Meinung, dass man Ausbildungsbetriebe nicht nur in der Not unterstützen sollte. Es kostet sehr viel Zeit, Kraft und Geld, einen jungen Menschen fachlich im laufenden Betrieb zu qualifizieren. Wir machen das auch gern. Aber ein genereller Zuschuss wäre ein Zeichen der Wertschätzung, würde die Betriebe in Sachen Ausbildung bei der Stange halten und somit die Zukunft unseres dualen Ausbildungssystems sichern. Und darum beneiden uns schließlich alle“, so Rottler. Die handwerkskammer Düsseldorf dagegen begrüt die Ausbildungsprämie „gerechtfertigten Ausnahme-Fall. Das Handwerk ruft nicht nach Subventionen. Und Ausbildung soll grundsätzlich ein Reflex der Unternehmen zu ihrer eigenen Zukunftssicherung bleiben“, so ihr Präsident Andreas Ehlert.

Informationen zur Antragstellung gibt es auf den Seiten der Arbeitsagentur und zumm Beispiel bei der Handwerkskammer Region Stuttgart oder der Handwerkskammer Düsseldorf. Die HWK Düsseldorf bietet unter www.handwerk-lehrstelle.de auch eine Online-Ausbildunsgbörse und eine Telefon-Hotline (Telefon 0211/8795-603 und -607) an, um die in der Pandemie erschwerten Begegnungsmöglichkeiten zwischen Ausbildungsbetrieben und Bewerberinnen und Bewerbern zu überbrücken.

21.08.2020