zurück

Asbest: Die Gefahr bleibt

Seit 17 Jahren ist Asbest verboten – und doch sterben jedes Jahr noch rund 1.500 Menschen an seinen Folgen. Aktuelle Zahlen zu asbesthaltigem Abfall in Deutschland, wie viele Menschen ihm ausgesetzt sind und welche Erkrankungen resultieren, hat das „Nationale Asbest Profil“ in der in aktualisierten Auflage zusammengetragen. (Abb.: BAuA)

Nationales Asbest Profil (Abb.: BAuA)
Das „Nationale Asbest Profil Deutschland“ kann man kostenlos herunterladen. (Abb.: BAuA)

Im Jahr 2017 sind demnach rund 1.600 Menschen gestorben, weil sie bei der Arbeit asbesthaltigen Stäuben ausgesetzt waren. Insgesamt starben zwischen 1990 und 2017 über 34.000 Menschen an den Folgen des Minerals. Die medizinische Versorgung und Rentenzahlungen für Asbesterkrankte und deren Angehörige haben von 1990 bis 2016 etwa 8,3 Milliarden Euro gekostet.

Millionen Tonnen Asbest in Gebäuden

Obwohl er seit 1993 nicht mehr eingesetzt werden darf, ist Asbest also ein aktuelles Problem: Rund 650.000 Beschäftigte waren Ende 2017 in Deutschland aktuell oder in der Vergangenheit Asbest ausgesetzt. Von circa 100.000 Beschäftigten weiß man, dass sie potenziell bei ihrer Arbeit im Bauhandwerk oder bei der Abfallentsorgung mit Asbest in Berührung kommen können. Das liegt daran, dass nach Schätzungen immer noch 37 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut sind, meist in Form von Asbestzement. Insbesondere beim Abriss oder Umbau von Gebäuden kann Asbest freigesetzt werden. Eine besondere Problematik stellen dabei die Arbeiten an verdeckten asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern dar. Sie könnten unter Umständen ohne die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Hier sind vor allem die rund 750.000 Handwerker im Ausbaugewerbe betroffen. Das Profil geht deshalb auch auf die Arbeitsplatzgrenzwerte für Asbest ein und führt die aktuellen Regelungen zum Schutz der Beschäftigten auf.

Im „Nationalen Asbest Profil“ informiert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) über die Asbestsituation in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation. Die BAuA untersucht Asbestverbrauch und -verwendung, die Anzahl der Exponierten, das mit Asbestfasern verbundene Erkrankungsgeschehen, das System zur Regulierung der Asbestrisiken und die ökonomische Belastung durch Asbesterkrankungen.

Das „Nationale Asbest Profil Deutschland“ gibt es im PDF-Format zum Herunterladen auf der BAuA-Website.

„Nationales Asbest Profil Deutschland“, 2. Auflage
Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2020
78 Seiten
doi:10.21934/baua:bericht20200427.

www.baua.de

18.05.2020

Newsletter
  • Kostenlos abonnieren: Was Profis wissen müssen

    *Pflichtangaben

    Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.