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2.000 Euro für Unternehmen, die jetzt ausbilden

Wer mit seinem Betrieb in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt und trotzdem weiter ausbildet, bekommt jetzt Hilfe vom Bund: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch neue Hilfen im Rahmen des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen. (Foto: HWK Konstanz)

Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz  (Foto: HWK Konstanz)
Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, findet die Ausbildungsprämie ein „richtiges und wichtiges Signal“. (Foto: HWK Konstanz)

KMU, die trotz erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiter ausbilden, können im Ausbildungsjahr 2020/21 Unterstützung erhalten. „Junge Menschen müssen auch im Corona-Jahr 2020 eine berufliche Perspektive haben. Schließlich sind die Auszubildenden von heute die Fachkräfte von morgen. Mit der Ausbildungsprämie machen wir deutlich: Wir kämpfen um jeden Ausbildungsplatz“, erklärt Bundearbeitsminister Hubertus Heil.

Für jeden Monat mit Arbeitsausfall im Betrieb von mindestens 50 Prozent übernimmt der Staat bis Ende 2020 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung. Eine zusätzliche Prämie gibt es für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau stabil halten oder sogar weiter ausbauen: 2.000 Euro gibt es dann für jeden Ausbildungsvertrag und 3.000 Euro für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Gefördert wird zudem die Übernahme von Auszubildenden im Rahmen einer Auftrags- oder Verbundausbildung. Unternehmen können darüber hinaus pro aufgenommenem Azubi 3.000 Euro erhalten, wenn der eigentliche Arbeitgeber pandemiebedingt insolvent ist.

„Richtiges und wichtiges Signal“

Ab wann und wie die Prämie beantragt werden kann, steht noch nicht fest. Werner Rottler, Präsident der Handwerkskammer Konstanz, hofft nun auf eine rasche Konkretisierung der Förderrichtlinien und Umsetzung: „Wir müssen vermeiden, dass es in diesem Jahr zu einem eklatanten Einbruch der Ausbildungsverhältnisse kommt. Eine Ausbildungsprämie ist daher dringend notwendig und ein wichtiges und richtiges Signal an alle Ausbildungswilligen in schwierigen Zeiten – unabhängig davon, wie stark sie betroffen sind oder nicht.“  Wichtig sei, dass die Ausbildungsprämie nun transparent ausformuliert und den Betrieben unbürokratisch zur Verfügung gestellt würde. „Viele Betriebe sind gerade noch zögerlich und haben lange auf ein Signal der Unterstützung bei der Ausbildung gewartet. Schließlich wissen sie nur zu gut, dass Ausbildung auch Zukunftssicherung bedeutet und gut ausgebildete Fachkräfte nicht leicht zu finden sind“, so Rottler. Im Kammergebiet der HWK Konstanz sind im Vergleich zum Vorjahresmonat im Juni 16 Prozent weniger Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen worden. „Uns läuft die Zeit davon“, warnt Rottler.

27.06.2020